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Triebe; Du wurdest Mensch, wie jeder vom Weibe Gebornc.Aber Dein Leben sollte uns das Zeugniß geben, ein Zcugniß sürdie Ewigkeit, daß cs nur auf den Menschen selbst ankomme,wenn er schon auf Erden ein höheres Wesen sein wolle; Duwolltest dem zweifelnden Geschlecht der Sterblichen darthun, daßman, auch als Mensch schon, durch starken Willen, durchfestes Ansharrcn in frommen Entschlüssen, durch muthige Uebungim Guten, die höchsten Tugenden besitzen, und das sein könne,was man als Mensch sein soll.
Ach, vergebens ist also meine Entschuldigung, daß ich einschwacher Mensch sei, und nicht vollkommener und gerechter wer-den könne. Auch Du warst Mensch geworden, mit Irdischemangethan, und dennoch vollkommen. O Jesus, mein erhabenesVorbild, weiche nie von meinen Blicken! Laß mich auf Dichschauen, und meine Kraft im Guten unaufhörlich üben! Undwird cs mir schwer, so erscheine Du mir in Deiner irdischenVollkommenheit, und ich werde mich wieder ermannen.
Wenn ich daran denke, wie Du jeden Tag Deines Lebensanwandtest, Deinen Mitbrüdern auf Erden wohlthätig zu sein;wie Du mehr für ihren Nutzen, für ihre Freude sorgtest, alsfür die Deinigc; wie Du, ohne müde zu werden, jede Beschwerdeertrugst, um Andern zu helfen; wie Du bald den Armen tröste-test, bald den Unwissenden belehrtest, bald den Kranken heiltest;wie Du sür Dich keinen Ruhm begehrtest, sondern immer ansDeinen Vater im Himmel deutetest, von dem alle guten GabenHerkommen; wie Du dem Volke auswichcst, wenn cs Dich zuseinem Anfjihrcr und König ausrufen wollte: — ach, was istdagegen mein Leben? wie arm ist es an gottgefälligen Gesinnungenund Thaten! wie lieblos beurtheilc und behandle ich oft meineNebenmcnschen! wie eigennützig und auf Lob bin ich erpicht,wenn ich einmal eine gemeinnützige Handlung begehe! wie wenig