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6 (1853)
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göttliche Licht, welches erscheinen sollte denen, die da fitzen mFinsterniß des Geistes und im Schatten des Todes; der da richtensollte durch die bessern Anweisungen und Lehren unsere Füße aufden Weg des Friedens. (Ev. Luk. 1, 79.)

Geboren im Schoose der Armuth, o Du, vor dem die Königeder Erde anbctend ihr Angesicht in den Staub niederbeuge»,zeigte Dein erstes Erscheinen schon der Welt, daß vor Gott imHimmel kein Ansehen der Person gilt; daß der Höchste und Nie-derste auf Erden Gott gleich lieb sei; daß keine Wiege den Men-sche» edler und besser mache, und ihm Vorzüge gebe vor andernMenschen. Die dürftige Krippe eines Stalles, o Anbetungs-würdiger, war Dein erstes Bett, von welchem Dn die entzückteMutter anlächeltcst. Wie sehr muß ich bei dieser Erinnerungüber meine eigene Eitelkeit erröthen! Wie oft habe ich denArmen in meiner Thorheit gering geschätzt, weil er nicht so wohlbekleidet war, als ich, und sich keiner so guten Wohnung rühmenkonnte, wie ich. Aeußere Pracht ist doch zuletzt nur Staub, derdahinfällt. Die Menschen find alle Brüder vor Gott; und derDemüthigstc, der Leutseligste, der Gemeinnützigste unter ihnen,der über fremdes Wohl und Wehe gern sein eigenes vergißt, derist der Höchste unter ihnen.

Ja, Dn, o Jesus, Du schönes und ewiges Urbild mensch-licher Heiligkeit, Du warst der Höchste unter Allen, die jemalsauf Erden wandelten. Du Herrlicher, dem ein bethörtes Volkden Thron Davids anbot, Du nahmst Knechtsgcstalt an, undwardst der Demüthigstc unter Allen. Du kamst in die Welt,nicht Dich mit dem Irdischen zu schmücken, sondern mit demGöttlichen.

Du hattest unsere Schwachheiten, unsere Empfindungen, unsereBedürfnisse angenommen; Du hattest unsere Thränen, unsere

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