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6 (1853)
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liches Andenken an den Stifter des christliche» Glaubens, dasman etwa beibehalten müsse, um das Volk durch irgend etwasAeußerliches an die Religion zu fesseln.

O ihr Eingebildete», voll gefühlloser Weisheit, voll kalter,unbcseligcnder Aufklärung! und wenn denn nun das von derChristengemeinde gefeierte Abendmahl auch sogar nichts wäre,alsq as Gcdächtnißfcst der Leiden und des Wclterlö-scrtodcs Jesu: warum entzieht ihr euch mit gemeiner Vor-nchmthuerci diesem Feste? Warum verschmähet ihr dieThcil-nahmc an dem feierlichen Mahle, zu welchem glaubcnsvoll eureVäter traten, und wo sic Seligkeit und Frieden fanden für ihreSeele? Warum wollet ihr in euer» Häusern die Gcdächtnißtageeurer Geliebten oder Wohlthätcr begehen, aber nicht das An-denken des Göttlichen ehren, der die Fesseln dcs Jrrthums sprengte,in welchen die Welt schmachtete, und der eben dadurch an eucrmGeiste der erhabenste Wohlthätcr geworden? Warum stiftet ihrden großen Männern der Vorwelt, berühmten Weisen oder blu-tigen Siegern, Denkmale und Feste? Jesus, der Wcltlchrcr,der Heiliger euers Gcmüths, der euch der Tugend und durch sicdem höchsten Wesen näher führte, ist der nicht größer, als alleeure Helden waren?

Und wenn das von der Christengemeinde gefeierte Abendmahl,wie ihr saget, auch nur eine bloße sinnbildliche Handlungder Kirche wäre: warum nehmet ihr Anstand, derselben mitAndacht beizuwohncn? warum tretet ihr mit erkünstelten Vor-urtheilcn vor den Tisch des Herrn? Wisset ihr nicht, das sinn-bildliche Handlungen auf das Volk und dessen Borstcllungüwciscmächtiger wirken, als kalte, trockene Vernunftschlüssc? Wissetihr nicht, daß sic selbst für den weisesten und cinsichtvollstenMenschen eben so wcrthvvll sein können, und nothwcndig sind,als für den schwächsten der Christen? Denn nicht aus reiner