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selbst war an die Stelle des Opfers getreten — nun ward dasOpfer des jüdische» Gottesdienstes überflüssig; in seinem Blutewar das neue Testament, der neue erhabene Bund der Mensch-heit mit der Gottheit, begründet.
Diese Vorstellungsweisc war ganz dem jüdischen Begriffe einesneuen Bundes angemessen; jeder Bund wurde durch ein Opfergeheiligt; und durch Jesu Tod wurde ja in der That ein neuerBund zwischen Gott und den Menschen gestiftet. Nur indem erso nach jüdischer Art redete, begriffen ihn seine Jünger, die säinmt-lich vom jüdischen Glauben waren.
Doch erst, als er auf Golgatha's Höhe» am Kreuze sein hei-liges Leben zum Opfer dargcbracht hatte; erst als die erschrocke-nen Jünger Zeugen gewesen, wie dort sein Leib gebrochen, wiedort aus Todteswunden sein Blut geflossen war: erst da wardihnen der Sinn seiner Worte lichthell, die er beim letzten Nacht-mahlc zu ihnen gesprochen hatte; erst da ihnen seine Bitte heilig:Solches thut, so oft ihr's thut; zu meinem Gcdächtniß.
Und sic thatcn es zu seinem Gcdächtniß. Die Abcndmahls-feicr trat nun an die Stelle der jüdischen und heidnische» Ge-bräuche und bildete den heiligen Mittelpunkt der christlichen Ver-brüderung. Sie ward von den ersten Christen mit Ehrfurcht undAndacht begangen; und der letzte Christ, welcher einst auf Erdenwandelt, wird sie mit gleich frommer Rührung begehen.
Es sind freilich in unfern Tagen Viele, welche über die Wich-tigkeit dieser altcrthümlichen, heiligen Handlung sehr abweichend,oft sehr gleichgültig, noch öfter sogar hcrabwürdigcnd denken.In ihrer vermeinten Aufklärung ist darin nichts, als ein ver-alteter Brauch zu sehen, den man noch gewohnhcitshalber bcibc-hält. Sie finden darin höchstens nur eine sinnbildliche Hand-lung, deren Sinn aber zum Theil nicht einmal recht verstandenwerde von denen, welche sic begehen; oder allenfalls ein fcier-