Druckschrift 
6 (1853)
Seite
371
Einzelbild herunterladen
 

stiller Besonnenheit durch sein Leben hinwandclt, und sich nie sosehr der ausgelassenen Freude, nie so sehr der entnervendenTraurigkeit überläßt nur er kann auf Erden das meisteGute thun. So that Jesus, so seine Jünger.

Gott ist der Allerbarmer! Die heilige Schrift sprichtcs, und die göttliche Schöpfung predigt cs an jedem Tage, injeder Nacht. Warum denn mangelt cs dir, o Christ, an Muthund Zuversicht? Waren deine Sünden groß: o, Gottes Gnaden-reichthum ist noch unendlich größer! Denn er kennt, wasfür ein Gemacht wir sind; er gedenket daran, daßwir Staub sind. (Ps. 103,14.) Und er, der unsere Schwach-heiten kennt, er, der unsere Seelen mit diesem gebrechlichen Leibeumhüllte er sollte nicht gnädig verzeihen, wenn wir straucheln?er sollte unbarmherzig uns verstoßen, wenn wir seineBarmherzigkeit und Liebe suchen?

Gott ist der Allerbarmer! Ja, mit hohem, unvcrlösch-lichem Trost erfülle dieses Wort mein Herz; aber cs verleitemich nicht zu einer sträflichen Sicherheit; er bestärke mich nichtin meinem Leichtsinn! Sein Erbarmen bewege mich zum Eifer,desselben würdig zu werden.-Würdig? Ach, wie kann ichseiner unendlichen Vatergüte ganz würdig sein! Immer wird ermir mehr geben, als ich verdient habe. Aber doch mein Strebennach Würdigkeit wird schon in Gottes Auge ein wohlgefälligesOpfer. Schon mein Streben nach Würdigkeit führt mich ihmnäher und immer näher, macht mich edler, vollkommener, christ-licher. Wehe, verachte nie den Ncichthum seiner Güte, Geduldund Lcngmüthigkeit. Gottes Güte muß dich nicht in deinenSünden verhärten, sondern sie soll dich zur Buße leiten, dasist, zur Annahme einer bessern, frömmcrn Gesinnung!(Röm. 2, 4,)

Gott ist der Allerbarmer! Und wie er sich meiner