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dein Herz gleichsam wegläugnet? - Deine Reue, deme Zerknirschung ist schön, aber sie ist es nur, als Vorbote deiner Buße,das heißt, deiner Sinnesänderung. Hast du deinen Sinn ge-ändert, bist du nun wahrhaft, wo du ehemals untreu, — liebe-voll, versöhnlich, hilfreich, wo du ehemals hartherzig, feindselig,gleichgültig gewesen: so vergiß, was Gott dir gnädig verziehen;so sinke im Geiste gläubig und vertrauensvoll an das Herz desAllerbarmers, und bleibe ihm nun getreu; so zeuge nun die stilleFreudigkeit deines Gcmüthcs dafür, daß deine Zuversicht auf dasewig treue Vaterherz nicht erheuchelt, nicht erkünstelt, son-dern wahr und fest sei.
Jene anhaltende Niedergeschlagenheit, jene beständige geistigeTrostlosigkeit ist nicht nur Gott nicht angenehm — ach! wie könntedoch die höchste Liebe Gefallen finden am steten Jammer einesKindes! — sondern sie beweiset, daß in einem Herzen, welchessich der Lüstern Schwermut!) und Verzweiflung überläßt, dieReligion Jesu noch nicht feste Wurzel gefaßt habe. Denn werden Vater im Himmel kennt, der verzaget nicht, sondern hatVertrauen zu ihm. Wer den Vater im Himmel kennt, der weiß,daß er gütiger ist, als ein irdischer Vater, als eine irdischeMutter, und, o! wo ist denn ein guter Vater, wo ist denneine liebende Mutter auf Erden, die dem Fehltritt eines Kindesewig zürnen, und die nicht das schwerste Vergehen endlich ver-zeihen könnten? — Und wir, fehlten wir denn gegen Gott?Wahrlich nicht aus Bosheit! — Gegen Gott aus Bosheit fehlcnwollen, wäre Wahnsinn und Raserei. Sondern wir fehlen ausLeichtsinn — wir fehlen beim besten Willen, bei den besten Vor-sätzen. Und Gott sollte diesem Leichtsinn unversöhnlich zürnen? - -Fern sei von allen christliche» Seelen dieser gräßliche Gedanke:er ist Gotteslästerung.
Dennoch finden wir heutiges Tages hin und wieder geistig-