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Wie oft, wenn ich im Tempel Gottes zur Andacht gestimmtwar, wenn ich zur Erkenutuiß meiner ewigen Uuwürdigkeit kam,wenn ich mir selbst die Reihe meiner Fehler gestand — wie oftnahm ich mir vor, von nun an Alles besser zu machen; von nunan meinen Ästcrn, meinen Fehlern, meinen unsittlichen Gewohn-heiten für immer zu entsagen; von nun an Frieden mit meinenFeinden zu schließen, und unter allen Menschenkindern Keinenmehr zu haben, dem ich nicht mit sanftem Wohlwollen zugethanwäre — ach, ich verließ den heiligen Tempel, das Wort desHerrn verklang, der Bnßgcsang verstummte, und meine gutenVorsätze verstummten, wie mich die Lust des alltäglichen Lebensumwehte.
Immer erkannte ich meine Sündhaftigkeit, und doch blieb ichSünder; immer schwor ich dem Himmel neue Eide der Besserung,und doch brach ich die Eide wieder! — Ist Gott nicht der All-barmherzigste: was würde ans mir armen Sünder werden? GingeGott mit mir ins Gericht nach meinem Verdienste: wie würdeich vor ihm bestehen? Ich habe cs nicht verdient, daß er michzum Leben rief. Ich habe es nicht verdient, daß er mich zu soviel Freuden und zu so herrlichen Hoffnungen erschuf. Ich darfauf seine Liebe, auf seine Gnade, auf seine Langmuth, auf seineBarmherzigkeit keinen Anspruch machen. — Ach, und doch hat ermich ins Leben gerufen; dennoch liebt er mich heute noch. Erwußte voraus, wie oft ich mir selbst und ihm treulos werde,und dennoch spart er mir mit unendlichem Erbarmen Gnade,Hoffnung und Seligkeit auf.
Wie sich ein Vater über Kinder erbarmet, so erbarmetsich der Herr über die, so ihn fürchten.
Heilige, ewige, tief beseligende Wahrheit, ich will dich oft,wenn ich an meinem Glück, an meiner Seligkeit verzagenmöchte, in meiner Seele erneuern. —