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Habsucht, entschlagc dich dieser Leidenschaft, versuche einmal dasGlück der Genügsamkeit; bist du zornmüthig, versuche das Glückedler Selbstbeherrschung; bist du unmäßig, versuche das Glückder Enthaltsamkeit, in welcher die Kraft deiner Seele und dieGesundheit deines Leibes neu aufblühcn werden.

Alles, was aus dir selbst wird, das wirst du in andernMenschen wieder finden. Du wirst sic dann mit jener hohen Liebe,die uns Jesus als die Grundlage seines Reiches und seines Glau-bens empfiehlt, mit jener Liebe, die du vielleicht nie ganzverstanden hast, lieben lernen, weil du, selbst edler, dich unddeine Reinheit hochachten lernst.

Vielleicht wird dir dahin zu gelangen der Kampf oft mühsamsein; aber gedenke deines Glückes, gedenke deines Gottes; ge-denke deiner ewigen Bestimmung! Und willst du dir den Kampferleichtern: fiche hier ein unfehlbares Mittel: Gewöhne dich,in jeder deiner Lagen ihre angenehme und an jedemMenschen deiner Bekanntschaft seine lobenswürdigeSeite zu sehen und vor Augeu zu haben. Verzeihe dei-ner Lage, um des vielen Angenehmen, was sie doch für dichhat, ihre Ungcmächlichkeit, und verzeihe dem Menschen deinerBekanntschaft seine etwaigen Fehler um des Guten willen, dasübrigens in seinem Herzen wohnt. Dies ist der Weg, auf wel-chem du dich mit der Welt und mit den Menschen versöhnst. Eswar dir ja immer leicht, sogleich Schwächen und Fehler deinerBekannten auszuspüren: weihe diesen bisher gemißbrauchten Scharf-sinn ihren Tugenden, und dem, wodurch sie ihren Vorgesetztenoder Untergebenen, ihren Freunden oder Hausgenossen liebens-würdig erscheinen. Du wirst wahrlich in kurzer Zeit viele dei-ner Mitbürger und Mitbürgerinnen eben so von Herzen lieb ge-winnen, als sie dir bisher gleichgültig, wohl gar verhaßt waren.Und die Hochachtung, welche du ihren rühmlichen Eigenschaften