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weihst, wird sich in deinen Gedanken, in deinen Reden, in dei-nen Gesichtszügcn kund thun; wird dir plötzlich die Herzen derergewinnen, welche sich bisher von dir entfernt hielten. Denn werkönnte den hassen, von welchem er sich geschätzt sieht? Du wirstvon Freunden umringt sein, wo du vorher einsam standest.

Indem du cS zu deiner Lebensvorschrift, und ans dieser end-lich zu deiner andern, heiligem Natur machst, dein Auge abzn-wcnden von den Fehlern des Nächsten, nnd immer nur hinzn-lenken auf seine guten Eigenschaften, wird dich die Gewohnheit,immer an Andern das Gute zu sehen, selbst gut machen. DieTugenden, welche du in ihnen bewunderst, werden dich begeistern,ihrer selbst theilhaftig zu werden. Siehe auf das Reine, unddu wirst Abscheu vor dein Unreinen in dir empfinden.

Allerheiligstcr, o Du reinster Quell alles Guten, Gott! nurwer reinen Herzens ist, der darf mit kindlicher freudiger Zuver-sicht und Hingebung zu Dir cmporschaueu. Ach, noch war ichnicht, der ich sein sollte; noch befleckte viel Tadelnswürdiges meineDenkart; noch hätte ich gern diese» nnd jenen Flecke» meinerSeele Dir, Allwissender, ja mir selbst verbergen mögen, wie ich

ihn den Augen anderer Menschen verhüllte.-Wann, o wann

wird die Zeit kommen, da ich, ohne über mich zu crröthcn, reingebadet im Strome der Himmelswahrheiten Jesu von allen Fleckenund Sünden, vor Dich mit dem scligkeitvollen Ruhm der Un-schuld hintrcten kann? Wehe, sollte sie denn nie kommen?Du hast mir ja Kraft dazu verliehen, Du hast mir Muth undMittel dazu gegeben, Du hast mir Jesnm Deine» Geliebtengegeben ach, soll dies Alles vereinigt nicht meine Scclenun-schnlv wieder bereiten können? Was mangelt mir noch dazu?Nur der große, heilige Wille. Und dieser Wille, jetzt gebundendurch irdische Rücksichten, durch die Gewohnheit an meinen un-vollkommenen Zustand, soll frei werden von den schmachvollenVI. 12