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Willst du das höchste Glück empfinden, dessen der Sterblichehicnicdcn fähig ist; willst du, erhaben über jedes irdische Schick-sal, dir selbst in Gott genügend sein, unabhängig von allemWechsel äußerer Umstande wohlan, werde was Christus warwerde was er wollte: sei rein! Du, der über die Mensch-heit klagt und ihre Verderbtheit, denke nicht daran, die Welt zuverbessern, sondern werde dein Sclbstverbeffercr.

Freilich, dies ist nicht leicht. Dn hast dich nun einmal darangewöhnt, so und nicht anders zu sein, wie du bist. Du findestimmer, cs könne auch noch so lange mit dir bleiben, wie esbisher war, bis dn gewahr wirst, daß dir deine Übeln Gewohn-heiten und Fehler Nachthcil bringen. Wohl, magst du das Bes-sere an dir nicht schaffen: wer soll cs? Magst du dein höheresGlück nicht bauen: wer kann cs? Für eine Summe Geldesopferst du die Bequemlichkeiten und Genüsse manchen Tages,den süßen Schlaf mancher Nacht auf. Du hast also doch Gewaltüber deine Sinnlichkeit; du kannst also doch, wenn es sein muß,auch deine feurigsten Triebe dämpfen. Warum, was du füreinige Stücke Geldes zu thnn den Muth hast, magst du cs nichtfür den stillen Frieden und die immerwährende Heiterkeit deinerSeele? Ist denn das Goldstück, wenn cs in deiner Hand liegt,der Schlüssel zum Himmel? Macht es deine Brnst unverwund-bar gegen die Pfeile des Schicksals? Gründet es in dir ein soerhabenes Glück, daß du selbst dann noch dein seliges Lächelnnicht cinbüßen würdest, wenn dir, wie einem Hiob, Alles, wasdir vom Irdischen angehört, Vermögen, Ehre, Freunde, Aeltcrn,Kinder entrissen werden sollten? Wage dann, was du für ei»todtes Stück Erz wagen kannst, für das du oft sogar deine Ge-sundheit, dein Leben in Gefahr zu setzen den Muth hast, für dieReinheit deiner Seele. Mache eben damit den Anfang, sie vondem zu reinigen, was sie am meisten befleckt. Bist du voller