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Kraft, und zweifelt an nichts. Er entwirft seine Plane, er gehtmuthig an ihre Vollstreckung; seine Einbildungskraft bekleidetAlles mit ungewöhnlichem Zauber. Er berechnet alle Möglich-keiten, um seine besten Wünsche auszuführen: aber nicht dieMächtigkeit der Jahre, nicht die Hinfälligkeit der Kräfte, nichtMißgeschick der Zeiten. Er wird Mann, Gatte, Vater. E:lernt in bittern Erfahrungen, daß der Mensch, weit entfernt,Alles thun zu können, was er sich vorgcsctzt habe, nur so vielkönne, als er wegen der eisernen Gewalt des Verhängnisses dürfe.Wo er Wohlleben erwartete, fand er Sorgen; wo er sein letztesZiel vermuthcte, unerwartete Schwierigkeiten. Unvermerkt istbei diesem Arbeiten und Ringen nach dem, was er nie erreicht,sein Haar grau geworden. Er erschrickt davor. Er wird ernster,elassener, stiller. Viele tiefe Wunden hat er im Kampfe fürsLeben davongetragen, von mancher blutet noch sein Herz; anderefind vernarbt. Er fleht hinter sich. Er entdeckt jetzt erst, wo eroft geirrt hat. Er ist weiser geworden, und bereut Manches,was er gethan, noch MchrereS, was er ehemals unterlassen.Diese Weisheit ist ihm köstlich, aber oft zu theuer erkauft, immerzu spät gekommen.
Mit Wohlgefallen tritt die aufblühende Jungfrau in dieFrühlingstage ihrer Schönheit ein. Diese Schönheit findet ihreBewunderer. Man umringt sie mit kleinen Festen, mit Schmeiche-leien. Ihr Herz wird von unbekannten weiblichen Gefühlen be-wegt; sie geht von einer Freude zur andern über; sie sieht vonihrer Höhe herab auf die jüngern; sie vergleicht sich nicht ohnegkheimen Stolz mit den altern, schon verblühten Schwestern.Sie kann durch die Blumenfülle ihres Lebcnsfrühlings noch nichtdie Gluth der sommerlichen Sonne empfinden, welche alle Kraftaustrockncn wird. Sie ahnet die Freuden ihres künftigen Standes,das Vergnügen der Gattin an eines geliebten Mamres Seite-