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währet siebenzig Jahre, »nd wenn cs hoch kommt, so sind csachtzig Jahre, und wenn es köstlich gewesen ist, so ist's Mühe»nd Arbeit gewesen; denn eS fährt schnell dahin, als flögenwir davon. (Pf. 90, 10.) Nur wenige Menschen zählen inihrem Leben so viel Stufen: die meisten erreichen sie nicht, undgehen früher zu Grabe.

Und wie viel Stufen an deiner Lebcnslciter hast du schonzurückgelcgt? Wie viel bleiben dir aller Wahrscheinlichkeit nachnoch zu thun übrig? Und wenn du die letzte betreten hast, answelche du hoffen kannst: wie alt bist du dann? wie betagtsind dann deine Freunde, deine Freundinnen, deine Blutsver-wandten? wie wird dann in »nd außer dir Alles anders ge-worden sein? wie viele von deinen Lieben werde» dir dannschon fehlen, die dich heute noch freundlich umgaben? So denkstdu; so denken Andere. Ach, vielleicht bist du cs, der ihnen dannfehlt! Wer weiß es, Jüngling, Mädchen, ob du nicht schonin der Mitte deiner kurzen Laufbahn stehst?

Je älter wir werden, sc kürzer dünken uns die Jahre. Wieein Stein, der vom Berge rollt, seine Geschwindigkeit vermehrt,se tiefer er fällt: eben so das Leben, je weiter es sich von derKindheit entfernt, und dem Alter und dem Grabe zucilt. Allenverrinnt der Sand im Stundenglase erst zu langsam, dann vielzu schnell. Das Kind strebt begierig nach der Höhe des Lebens,weil cs sich nach Freiheit sehnt, und nach dem Genüsse der Er«wachscnen. Aber nur zu bald wird es über die Flüchtigkeit einerZeit erschrecken, der man keine neuen Flügel schenken sollte, weildie ihrigen schon so gewaltig und unaufhaltsam forttragen.

Mit Wohlgefallen tritt der Jüngling in das schöne Lebens-alter, wo er, der ritterlichen Aufsicht entzogen, nun eigener Ge-bieter seiner Tage und Handlungen wird. Was sonst nur dunkeleHoffnung gewesen, blüht vor ihm in Erfüllungen. Er fühlt seine