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Hand nimmt. Daher das traurige Loos solcher Jungfrauen,welche entweder gegen die Bestimmung ihres Geschlechts einsamdahin welken, oder von ihren hohen Ansprüchen «blassen, und,um versorgt zu sein, Männern die Hand bieten müsse», derenGewerbe, deren Bildung ganz von dem verschieden ist, was sicerwartet haben. Daher dann die Widersprüche der vermeintenhöher» Anlagen und edlem Neigungen mit dem wirklichen Be-rufskreise; daher dann die Unzufriedenheit mit seinem Stande;daher die zerrütteten Wirthschaftcn, die thiäuenvollcn Ehen!
Auch nicht wenig zu Vcrdcrbung des Kopfes und Herzens derJünglinge und Tochter für ihren künftigen Beruf und Stand trägtdie in größer» und kleinern Städten herrschend gewordene Viel-leserei bei. Junge Leute glauben sich zu bilden und ihren Ge-schmack zu veredeln, indem sic ohne Auswahl, ohne Nath einesverständigen Freundes, Romane, Mährchcn und Schauspiele lesen,statt nützlicher Werke, aus denen sie etwas für ihre künftigenBcrufspflichten erlernen könnten. ES kommt ihnen dabei leidernicht so sehr auf die vorgebliche Bildung ihres Geistes an, son-dern mehr auf angenehme Schwärmereien für ihre ohnehin reiz-bare Einbildungskraft. Sie erhöhen dadurch ihre natürlichenGefühle zu einer lächerlichen oder krankhaften Empfindsamkeit undEmpfindclci. DaS gemeine Leben wird ihnen fade und widerlich,weil es ganz anders und ernster dastcht, als das. phantastischeHirngespinnst ihres Dichters. Sic machen höhere, träumerischeForderungen an die Welt, als diese erfüllen will und kann. Sicklagen das Leben an, wo sie nur ihre eigene Vcrstandcsvcrwor-rcnheit und Verbildung anzuklagen hätten.
Nicht daß ich hiermit die Werke unserer Dichter tadeln wollte;aber der Mißbrauch derselben durch die unerfahrne Jugend unddie Fahrlässigkeit und Gleichgültigkeit der Acltcrn und Erzieherist dabei zu tadeln. Denn was geistvolle Männer zur Erholung