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6 (1853)
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Stand zu erheben, ist heutiges Tages ein allzugcmcines Nebel,als daß man es nicht fast überall erblicken sollte. Man hat vcr»lernt, sein Glück und seinen Ruhm i» demjenigen zu suchen,was uns die Vorsehung beschicken, und will mit Eigendünkeldie Weisungen der Wcltrcgicrung verbessern.

Am gewöhnlichsten findet dieser Fehler in der Behandlung derTochter statt. Man gibt ihnen eine Erziehung, die meistens überihren Stand hinausgcht. Weit entfernt, sie zu jener Einfalt undSparsamkeit und Häuslichkeit zu gewöhnen, welche künftig denredlichen Mann beglücken können, der sie zur Gattin wählenmöchte, gewöhnt man sie a» mancherlei Bequemlichkeiten, anLustbarkeiten und Ergötzungen, zu welchen der künftige Ehemannoft weder Neigung noch Vermögen hat. Statt ihnen durch einereiche Aussteuer die Möglichkeit zu geben, sich und ihrem künf-tigen Gatten Leben und Betrieb des Gewerbes zu erleichtern,verschwendet man die Ersparnisse an Putz und Pracht, die Tochtervor allen andern glänzen zu lassen, in der Hoffnung, ein reicherMann werde die Tugenden dieser Feinerzogcuen allem Vermögenverziehen. Die Folgen davon sind leider offenbar genug. Derredliche Mann, nicht im Stande, den Aufwand und alle diekleinen Bequemlichkeiten und Bedürfnisse zu bestreiten, an welchedie fcingebildete Tochter gewöhnt ist, thut Verzicht auf ein Ehe-bündniß mit einer solchen. Er wählt sich lieber eine Seines-gleichen, die ihm statt Flitterputzcs so viel Vermögen zubringt,daß ihm die Einrichtung seines Hauswesens erleichtert wird. Diegeschmückte Armuth wird vergessen, und die hochfliegcndcu Planedes älterlichen Stolzes werden demüthiger, jcmehr die Jahrekommen, in welchen der jugendliche Reiz der Tochter verschwindet.

Daher die Menge der Unverehelichten, zumal in größcrnStädten, wo die thörichte Sucht, sich über seinen Stand zu er-heben, und es Vornehmem gleich zu thun, immer mehr über-