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6 (1853)
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religiöse, daß selbst sein wollende Gotteslängncr (denn wahrhafteGotteslängncr hat es noch nie gegeben) in ihrer Jugend dieeifrigsten Schwärmer waren. Die Erfahrung bestätigt cs nochüberall, daß da, wo der größte Aberglaube wohnt, auch dieärgsten Rcligionsspöttcr zu finden find.

Was heißt nun Gott und Jcsum lieben? DieseFrage, welche mir so leicht bcantwortlich schien, ist cs nun nichtmehr, je länger ich über ihren Sinn nachdcnke. Er ist ein Geist!Mißtrauisch gegen die Einmischung und die Gewalt irdischerEmpfindungen soll ich ihn, als Geist, geistig lieben.

Und was ist nun die reine Liebe zu Gott? Das ist dieLiebe zu Gott (so spricht Gottes Wort), daß wir seineGebote halten, und seine Gebote sind nicht schwer. (I.Joh.5,3.)

Und was ist nun die wahre und reine Liebe zu Jesu? Höretdie Worte Jesu selbst! Er spricht: Wer mich liebet, derwird mein Wort halten, und mein Vater wird ihn lieben,und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen.(Joh. 14, 23.) Und Jesu Wort, die Hanptsumme seiner ganzenLehre, ist: Du sollst Gott über Alles, deinen Nächsten wie dichselbst lieben. Du sollst vollkommen sein, gleich wie dein Vaterim Himmel vollkommen ist! (Matth. 5, 48.)

Nicht also in bloßen AndachtSübungcn, in frommen Gebeten,in Beobachtung religiöser Gebräuche, in schnsuchtvollcrl Gefühlen,drückt sich die reine Liebe zu Gott und Jesu aus, sondern inNachahmung Jesu und in Aehnlichwcrdcn der Gottheit.

Es ist eine Unmöglichkeit, daß wir das unsichtbare, höchsteWesen mit irdischer Liebe, wie einen Menschen, lieben, undgeschieht es, so stehen wir in Gefahr, uns in Empfindeleicn, inTräumen der Einbildungskraft zu verlieren. Wir sollen Gottdurch das Streben unserer Seele lieben, ihm näher zu kommen,ihm ähnlicher zu sein. Der höchste Grad der Liebe ist dieSchn-

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