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was in religioserHinficht damit zusammenhing; ihnen wird selbstdas verdächtig, was an sich selbst ewig ehrwürdig ist. Sic wollensich von dem, was sic Vorurtheil und falsches Erziehungswcrknannten, frei machen, und ganz zu ihrer eigenen Kraft zurück-kehren, und werfen mit den Fesseln des Irrglaubens, der Schwär-merei und des Aberglaubens auch die Stützen hinweg, welchedie Religion Jesu dem menschlichen Geiste in seiner Unvollkom-menheit gewährt. Sie nehmen sich vor, Alles besser zu prüfen,sangen ihr Werk damit an, Alles zu verwerfen, um dann destoleichter sich der Wahrheit wieder zu bemächtigen. Aber bald ge-bricht ihnen Zeit, bald Kraft für die nöthigcn Untersuchungen,und sic stehen da, im Labyrinth voll Zweifel, ohne Religion,und ihr geistiges Elend mit dem falschen Flittcrwerk sein sollen-der Aufklärung verhüllend.
Darum ist es gleich beim ersten Religionsunterricht der Jugendeine der wichtigsten Angelegenheiten des Seelsorgers, daß er,indem er das Herz zum Guten erweckt, vorzüglich auf den Ver-stand cinwirke; daß er sich selbst hüte, nicht die Einbildungskraftder Jugend, die ohnedem bald thätig ist, allzulcbhaft zu reizen;daß er sich kein Verdienst daraus mache, durch rührende RedenGefühle zu erregen und Herzen zu erschüttern, sondern die An-regung frommer und schöner Empfindungen nur zu Ncbcnmittelngebrauche, die vom Verstand ergriffene Lehre schöner, liebens-würdiger und dem gesammten menschlichen Wesen verwandterzu machen.
Prediger, Aeltern, Lehrer, Erzieher, die dieses versäumten,und mehr darauf ausgingcn, die Jugend zu rühren, als zu be-lehren, haben leider gegen ihre Absicht oft den fürchterlichstenSchaden gestiftet. Verschwinden die Rührungen und Spiele derEinbildungskraft, dann treten die Zweifel des erwachenden Ver-standes ein. Die Erfahrung bezeugt es hundertfältig, daß Ir-