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hcit und ein Mangel der ächten Gottesvcrchrnng, sondern selbstgefährlich für die Grundlage der Religion. Eine Religion, welchesich meistens auf Empfindungen des Gcmüthcs, und nicht auffromme Handlungen des Geistes gründet, ist unbeständig, schwan-kend, verleitet zu thörichten Ausschweifungen, zu verderblichenSchwärmereien, zum Aberglauben, selbst zur Zrrcligion.

Irdische Gefühle sind nie anhaltend, sondern vorüber-gehend. Dies soll aber die Liebe zu Gott und Jesu nicht sein.Je lebhafter unsere Begeisterung in einer schönen Stunde desLebens ist, je schneller verschwindet sie. Die Seele ist so großer,dauerhafter Anstrengungen nicht fähig. Nach heftigen Gcmüths-bewegungen erfolgt nothwendig endlich Ermattung des Gemüths.

Wie Viele hat es nicht gegeben, welche sich selbst schon mitVorwürfen peinigten, daß sic in ihren Gebeten, in ihren Em-pfindungen bei dem Gedanken an Gott nicht immer die gleicheLebhaftigkeit und Wärme hatten! Sie schrieben dies der Kälteund Erstorbenheit ihres Herzens, wohl gar dem Einfluß einesbösen Geistes zu, was zuletzt doch nur die nothwendige Schwächeihrer menschlichen Natur war. Wie Viele hat cs nicht gegeben,welche durch Rcligionsvorträge in ihrer Jugend zu überspannten,schwärmerischen Gefühlen kamen, und sie nachher verloren, weilsolche Gefühle ihrer Natur nach nicht anhaltend sein können!Dann quälten sie sich mit Selbstanklage, daß sie nicht mehr sofromm wären, wie ehemals; daß sie Gott und Jesum nicht mehrso innig liebten, wie ehemals. Sie bedachten nicht, daß jeneGefühle, welche damals künstlich, durch rednerische Mittel, durchBewegung ihrer Einbildungskraft erweckt wurden, an sich selbstkeine wahre Frömmigkeit, keine Tugend waren; daß jene Gefühleendlich von ihrer Höhe wieder zurücksinken mußten, wenn dieMittel fehlten, durch welche sie cmporgehoben waren.

Auch wir Menschen können uns unter einander lieben, ohne