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6 (1853)
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ihm also nicht bloß mit irdischer, menschlicher Liebe nahen, son-dern mit geistiger Liebe, ohne Einmischung des Sinnlichen.

Aber wir können es als Menschen nicht verhindern, daß wirin das, was bloß geistig ist, nicht auch irdische Gefühleeintragen sollten. Und darum können wir auch, bei allem unscrmStreben, Gott niemals auf die vollkommenste Weise und aufdie würdigste Art lieben. Wir sind Menschen! Unser Geistfreilich handelt; aber auch unser Irdisches, das heißt, auch dieEmpfindungen unsers Herzens, Freude, Schmerz, Sehnsucht,Entzücken, Furcht und Hoffnung, haben ihren Einfluß. Als reineGeister würden wir davon frei sein; als Menschen können wiruns nicht davon trennen. Aber Gott schuf uns selbst so; erschuf uns unserer Glückseligkeit willen so. Er hat Nachsicht mitden Schwachheiten, mit den Unvollkommenheiten, denn seineHand war cs, die dieselben in unsere Natur legte. Nur daßdiese irdischen Schwachheiten nicht die Obergewalt in uns ge-winnen, nicht den Geist erdrücken, dafür sollen wir Sorge tra-gen. Können wir cs nicht verhindern, daß sich irdische Empfin-dungen in unsere Liebe und Anbetung Gottes einmischcn, so sollenwir doch verhüten, daß diese Liebe, diese Anbetung nicht ganzirdisch werde. Je vollkommener, je edler der Mensch, je reinerist sein Verhältniß zu Gott. Der höhere Mensch liebt Gott, wieJesus selbst ihn liebte; der rohere Mensch verehrt ihn bald mitsklavischem Zittern, bald mit schwärmerischer Spielerei, bald mitniedrigem Aberglauben. Der höhere Mensch opfert seine Ge-fühle und Neigungen Gott auf. Der rohere Mensch kann ausLiebe zur Gottheit Menschen erwürgen, Familien ins Elend stür-zen, Brüder hassen, die Gott nicht nennen, nicht anbctcn, inder Art, in dem Tempel, mit den Vorstellungen, wie er.

Die allzustarke Einmischung irdischer Gefühle in das, wasLiebe zu Gott sein soll, ist nicht nur eine bloße Unvollkommen-

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