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über die Sinnlichkeit, welchen kein Sterblicher sicht, den Gottnur bemerkt, den die Freude höherer Wesen verschönert, wenn csihnen gestattet ist, die Kämpfe und Siege menschlicher Geisterin ihrer irdischen Natur zu beobachten.

Sei schamhaft gegen dich selbst, so wirst du es un-geheuchclt vor den Menschen sein, ohne Ziererei,ohne Anmaßung. Dein Blick wird niedrigen Lüstlingen Ehr-furcht einflößcn, und der freche Witz roher Spötter wird vor dirverstummen. Du wendest dich von ihnen. Sie werden das Heiligedeiner Religion vielleicht Aberglauben schelten, deine Sittsam-keit kindische Thorhcit, deine Scheu vor ihrem Wesen eine thörichtcUebertrcibuirg heißen; sic werden dich vielleicht mit Gelächter ver-folgen: aber ihr Inneres wird dir eine Hochachtung nicht ver-weigern, welche ihr Mund vergebens wcgzuleugncn sucht. Duwärest der Gegenstand ihrer Verachtung geworden, hättest duihnen gehört.

Sei schamhaft gegen dich selbst, Kind Gottes, Kinddes Allcrheiligstcn! und du wirst durch die Hoheit deiner Tugendauch Andere für sic gewinnen. Denn was der Mensch, auchwider seinen Willen, bewundert, das muß er auch wider seinenWillen lieben. Befördere die Sittsamkcit in deinem häuslichenKreise. Groß ist zwar die Gewalt lasterhafter Beispiele, abergewaltiger ist noch das Beispiel wahrer Tugend. Zeige deinenAbscheu vor dem Schändlichen und Zuchtlosen, und Niemandwird vor dir diesen Namen haben wollen. Man wird dich mitEhrfurcht umringen und dir nachahmcn.

Vor Allem präge das Gefühl der Schamhaftigkeit ins zarteHerz ein. Was ist lieblicher als die holde Bescheidenheit unddie zarte Furcht vor jeder Unschicklichkeit! Wie schön ist es, dieUnschuld vor sich selbst zittern, vor sich selbst crröthcn zu sehen,die sonst vor Niemand zittert, und arglos Jedem ins offene Auge