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6 (1853)
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und du stehst in einen Engel der Hölle verwandelt da, mögendich auch die Menschen noch für einen Heiligen achten, weil sicnie Böses von dir sahen. Tändle nicht mit unreinen Begierden:du gaukelst an einem Abgrund, in welchen du um so gewisserhinabstürzcst, je sicherer du dich vor ihm glaubst. Sei scham-haft, nicht vor der Welt, sondern gegen dich selbst; so und nichtanders rettest du die Heiligkeit deines Innern, die unbescholteneWürde deiner unsterblichen Seele!

Sei schamhaft vor dir selbst. Erlaube dir keinen Ge-danken, welchen du nicht vor denjenigen Personen aussprechcndürftest, die dir ehrwürdig sind. Du selbst aber in deiner Rein-heit sollst dir jederzeit der ehrwürdigste Gegenstand sein. Wiewagst du es, in deinen Gedanken eine schändliche Begierde aus-zusprechen, vor welcher dein Gewissen schaudert? Wie wagst dues, in des Allwissenden Nähe zu denken und zu wollen, was dudich vor deinen Aeltern, deinem Gatten, deinen Vorgesetzten zusagen scheuen würdest? Wer das Böse meidet aus Furcht vorden Menschen, aber cs da zu begehen wagt, wo Gott alleinsicht: ist der nicht ein Frevler an der Majestät des Allerhöchsten?Erhebt er nicht das Geschöpf empor über den heiligen Schöpfer?

Sei schamhaft, nicht nur vor Andern, sondern ge-gen dich selbst und du wirst die zügellosen Spiele deinerEinbildungskraft beschränken lernen. Und wenn diese Vorstellun-gen dich in einer Einsamkeit zu übermannen, wenn deine Begier-den dich zu besiegen drohen-fliehe die Einsamkeit, und die

Versuchung wird von dir weichen. Eile zu den Menschen, wel-chen du äußerliche Achtung schuldig bist; eile zu Arbeiten, welchedie Gegenwart deines Geistes erfordern; eile zu einer dir heiligenStelle, wo du dich betend an die Gottheit wenden kannst, unddu hast über die Einwirkungen deines Blutes gesiegt; du hastdie Reinheit der Seele gerettet; du feierst einen stillen Triumph