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auch in Unterhaltungen und Scherzen, verletzt nur allzuoft dieGesetze der Seltsamkeit, und macht eine Tugend wankend, dieselten oder nie wieder dahin zurückkehrt, von wo sic einmal ver-drängt worden ist.
Frage nicht: Welches ist die Grenzlinie zwischen anständigen,zwischen freien und frechen Scherzen? Mehr als das Wort jedesSittcnlchrers sagt eS dir dein eigenes Herz; sagt cs selbst demWüstling sein Gewissen, weil er oft da ans Klugheit die Ge-bote der Schamhaftigkeit achtet, wo er sie nicht ungchraft ver-letzen dürfte. Groß ist das Reich der geselligen Freuden, undwer in demselben Erheiterungen sucht, findet sie, ohne gezwungenzu sein, nach solchen zu Haschen, die reinen Gemüthcrn ekelhaftsind, weil sie aus dem Schlamm der niedrigsten Sinnlichkeit ent-springen.
Schamhaftigkeit ist das erhabene Selbstgefühlmenschlicher Würde. Schamhaftigkeit verhüllt Alles, wasden Sterblichen zu sehr an seine Gleichheit mit dem Thicre er-innert; Schamhaftigkeit zwingt ihn, überall in höherer Gestaltzu erscheinen, und selbst das Irdische und Gemeine durch seinenGeist gleichsam zu vergeistigen, zu veredeln. Wehe aber, wennder Geist ei» Knecht der Thierheit wird, und der Witz ein Werk-zeug viehischer Gelüste! Da ist die Würde des Menschen ver-nichtet, weil die Ordnung der Natur umgekehrt worden. DerMensch geht unter; seine Bestimmung ist verloren, sein Berusaufgehoben!
Döse Gesellschaften, sagt die heilige Schrift, verderben guteSitten. Wie schrecklich für viele fromme Acltern hat sich diesWort an der Unschuld und Wohlfahrt ihrer Kinder, an der Glück-seligkeit ihres Hauses erfüllt! Es ist verdorbenen Menschen dieHochachtung unerträglich, welche sie vor den Unentweihtcn habenmüssen; denn ein Jeder fühlt, wenn er einen Andern wegen seiner