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schuldvolle Wünsche, die der Mund nie aussprach, aber der Geistdachte, das Kleinod der Unschuld entweiht?
Heiliger Gott! belebe mich mit Deinem heiligen Geist, daßich ernst über mich selbst wache, und Dir ewig ein reines Herzzum Opfer bringen könne! Amen.
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Die Schamhaftigkeit.
Zweite Betrachtung.
Matth. S, 28.
Ach, wenn, die unser jetzt sich freu'n,
Mit Thränen auf uns schauten,
Und seufzten: Auch sie waren rein,
Eh' sie dem Laster trauten!
Wie waren sie so gut und froh!
Doch ihrer Unschuld Engel floh,
Des Schämens heil'ge Röche! —
Wie elend wären wir! BeflecktDas nagende Gewissen;
Des Lebens kurzer Rest bedeckt
Mit Schande! Hingerissen
Von Schuld zu Schuld, uns selbst verhaßt,
Die Erde eine schnöde Last,
Bor Gottes Blick verworfen!
O Gott, Erbarmcr, rette DuDie Unschuld unsrer Herzen;
Laß nie uns unsrer Seelen Ruh,
Nie Sittsamkeit verscherzen!
Nur wer in holder Reinheit strahlt,
Wer nie der Wollust Opfer zahlt.
Nur der darf, Gott, Dich schauen!