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ter. Um zu gefallen, enthüllt sie mit frecher Hand ihre Blößen,und der Leichtsinn hindert, daß sie wahrnehmc, wie sie des Zwecksverfehlt. Um geistvoll und über Bornrtheile erhaben zu scheinen,spielt sie mit unanständigen Worten, mit unsittlichen Geberdcn,ist ohne Abscheu vor ekelhaften Zweideutigkeiten im Gespräch,zufrieden, wenn sie der Verdorbenen wieherndes Gelächter erregt.Sie prahlt mit ihrer Schande und rühmt sich des Schlechten,wie eines Triumphes. Und doch so mächtig ist auch in denVerderbtesten noch die angeborne Ehrfurcht für die Tugend!wagt sie nur unter Frechen frech zu sein; aber vor den Augender Bessern will sie wenigstens noch den Schein bewahren. Sickann und muß noch heucheln, um unter den Guten geduldet zuwerden. Kann sie dies nicht mehr: so stößt die Gesellschaft sieals einen Abschaum aus.

Wie verächtlich ist der freche Jüngling, dessen Blick, dessenganzer Zustand verräth, er habe sich schon längst von seiner Un-schuld getrennt, und sei der Verdorbenheit Sklav! Wie ekelhaftist der betagtere Mann, der mit unsittlichen Redensarten dieUnschuld erröthen macht, und sich freut, das Zartgefühl Andererzu verletzen! Wie verächtlich ist besonders das Frauenzimmer,welches sich selbst der höchsten Anmuth seines Geschlechts beraubt,und in seinen Handlungen, Bewegungen, Geberdcn und Wortender eigentlichen Würde entsagt, um männlicher zu scheinen; welchesmehr noch durch äußere Schönheit des Körpers, als durch dieVorzüge des Gemüths gefallen will; mehr noch durch unzüchtigeEntblößung gefallen will, wodurch auf die thierische Sinnlichkeitgewirkt werden kann, als durch Schönheit des Körpers, welchernur der Schleier einer schönen Seele sein sollte!

Und wie ist es möglich, daß jemals ein Sterblicher sich desschönsten Schmuckes, in welchem auch die Armuth reizend prangt,cntäußcrt der Schamhaftigkeit? Liebt sie nicht selbst der ver-