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6 (1853)
Seite
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will gefallen, will glänze»; ein verächtlicher Blick von einemAndern wäre ihm Qnal. Den Menschen eine gute Meinung vonsich bciznbringen, ist sein Bemühen. Er verzeiht sich selbst unedleHandlungen, wenn sie nur nicht bekannt werden. Seine Uncr-fahrenhcit, sein Leichtsinn, seine lebhaften Gefühle reißen ihn zumanchem Fehltritt hin. Er wird Heuchler, und freut sich seinerLebensklugheit. Er wird Lügner, und freut sich seiner Schlau-heit. Er will an Geschicklichkeit Jeden übcrtrcffcn, und woer es nicht kann, gelingt es ihm doch, den Geschickter» durchmancherlei gegründeten oder erdichteten Tadel in der MeinungAnderer herabzusetzen: er wird Verleumder, voller Neid, aberer verzeiht sich die Nothlügcn; sie führen ihn ja zum Zweck.Der Acrmcre ist wenig geachtet, darum haßt der Ehrbcgicrigedie schuldlose Armuth au sich selbst wie eine Sünde. Er will esAllen gleich thun; er stürzt sich in Ausgaben, die seine Kräfteübersteigen; er wird Verschwender, um seine Schulden durchglückliche Stunden im Spiel oder durch Betrügereien zulösen. Sicht er Personen höher» Ranges, er schämt sich seinerHerkunft; er möchte ihnen gleich sein: er kann Vater und Mutterverläugnen, und sich seiner Geschwister schämen.

Lange behauptet er sein künstliches Spiel. Er macht Auf-wand; er glänzt; die Welt glaubt ihm; sein Zweck ist erreicht.Aber hochmüthigc Unwirthschaftlichkeit zerrüttet sein Vermögen;die Gläubiger mahnen, die Verlegenheit steigt. Er weiß sich mitGewandtheit für den Augenblick zu retten. Er greift anvertrautcGelder an, eignet sich fremdes Gut zu; hofft unter glücklicher»Umständen Alles ersetzen, oder das Verbrechen einem Andernaufbürdcn zu können. Aber die erwartete Gunst des Glücks willnicht kommen. Es wird finsterer. Oft hat den Lügner dasGcdächtniß verlassen, und das Zutrauen der Leute beginnt zuschwinden. Man beobachtet ihn schärfer. Er wird es mit Ent-VI. 0»