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6 (1853)
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setzen gewahr. Sein Gewissen wird laut. Aber wie ändern,wie bessern? Aller Wille zur Tugend bezahlt nicht das ver-schleuderte, fremde Gut, alle Neue im Stillen söhnt den Ver-dacht der Menschen nicht aus. Es bedarf nur eines unerwar-teten Lichtstrahls, und alle seine schwarzen Thaten sind hell vorder Welt. Er wird sorgenvoller; bleich und düster schleicht erumher. Angst vor Schande zermalmt ihn mehr noch, als Reueseiner Schlechtigkeit. Er versucht die letzten, verzweiflungsvollenMittel, sich zu retten ein Diebstahl, ein Meuchelmord, einBetrug, eine gräßliche Falschheit wenn es nur rettet, er wirdeS mit Todesangst wählen. Immer enger, immer tiefer ver-wickelt er sich in dem Gewebe seiner Verbrechen; immer fernerstehen die Menschen, immer schwärzer und riesenhafter die Ge-fahren vor ihm; sie verrammeln jede Aussicht in die Zukunft.Noch ein Tag, noch eine Stunde, noch ein Augenblick, und Alleswird offenbar die Welt ist enttäuscht die Schmach der Ent-ehrung überfällt ihn! Was bleibt ihm? Eines Kerkersdumpfe Nacht das von tausend Zeugen umgebene, schauerlicheBlutgerüst ein entsetzlicher Entschluß Vernichtung Selbst-mord! -Er stürzt! Gott richtet.

Eine Sünde ist der andern Mutter, und derSün-den Sold ist der Tod! Ernste Stimme der Wahrheit,wie tief erschütterst du das innerste meines Herzens! Wer kanndich verläugnen, dich hinwegscherzen? O, wie Mancher, derLa meinte, er stehe sicher, ist gefallen! Denn der GottlosenWeg ist wie Dunkel; und sie wissen nicht, wo sie fallen.

Gott, o Richter der Sünder! Du selbst legtest zum Lasterdas rächende Verderben, daß der Sterbliche davor erzittere, unddie verlorne Unschuld seines Gemüthes wieder suche. Und Duenthüllest die Verbrechen, lägen sie auch unter Bergen verschüttet,und in den Gräbern der Todten versenkt Du enthüllest sie,