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suche, sich wieder zur Mäßigkeit zurückzuzwingen. Allein vomGeiste aus, und durch die bloße Vorstellung und den bloßenWillen der Tugend konnte der verwöhnte und geschwächteKörper nicht hergestellt werden. Ein plötzliches Abbrcchen dergewohnten Genüsse hätte Krankheiten, Verstandesverwirrung zurFolge haben müssen. Nur ein Arzt hätte ihn allmälig rettenkönnen, wenn das Uebel nicht allzutief eingewurzelt haben würde.—So ward die Rettung aufgegcben. Der Unglückliche achtet sichnun selbst ohne Hilfe verloren. Er schwindelt mit dumpfer Halb-bcstnnung in dem Abgrund des Elends hinab, hinab in das vor-zeitige Grab.
So find alle Laster der Menschen mehr oder weniger immerWirkung der Verwöhnung des Körpers; unmäßige Reizungender Nerven, als derjenigen edeln Theile, deren sich die Seeleals Werkzeuge der Verbindung mit dem Körper bedienen soll;Krankheiten der höhern Sinnlichkeit. Durch den Körper wirdendlich der Geist vergiftet, wie durch den unreinen Geist derirdische Leib zerstört wird. So ist selbst der Wahnsinn des Stol-zes, die Sucht des Spielers, die ekelhafte sclbstvcrzehrende Gluthdes Unzüchtigen, eine krankhafte Ncrvenvcrstimmung durch allzu-oft wiederholte Beschäftigung unerlaubter Begierden, die endlichalles Besinnen, allen bessern Willen crtödten. — Darum achteKeiner seinen kleinsten Fehler gering, — auchderklcinsteistjedesmal ein Wegweiser an der Laufbahn, welcherzum Untergang hindcutet! Darum lächle Keiner und denke:So weit wird es nie mit mir kommen! — Wahrlich, oft in un-erwartet schreckliche Erfüllung ging das Gotteswort über: DerGottlosen Weg aber ist wie Dunkel; und wissen nicht,wo sic fallen werden.
Nicht nur, daß anfänglich wirklich gefahrlos scheinende un-anständige Neigungen zuletzt, bei anhaltender Duldung und Be-