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das Herz verbessern, als wichtige Mittel betrachten, die unsererFähigkeit und Neigung zur Tugend Stärke und Uebcrgcwicht gegendie fortdauernden Reizungen der Sinnlichkeit gewähren können.
Das ist eben der Grund der allgemein unter den Menschenherrschenden Gemeinheit und verächtlichen Mittelmäßigkeit, daßsie sich so leicht über ihre Mängel zu trösten wissen; daß sic zu-frieden sind, wenn man ihnen nur keine groben bürgerlichenVerbrechen vorzuwcrfcn hat, welche den strafenden Ernst welt-licher Gerichte auffordcrn; daß sic sich freuen, wenn sie in allemNebligen, was ihr Herz berührt, die Leute täuschen können undfür Edlere gehalten werden, als sic in der That sind. So gebensie sich kaum Mühe, die ihnen anklcbcndcn schlimmen Gewohn-heiten und Fehler auszutilgcn, und sie verstecken ihre niedrigeDenkart hinter den beschönigen sollenden Gemeinspruch: JederMensch hat ja seine Fehler, und so habe ich auch die mciuigcn.
Doch sic ahnen nicht, daß jede, auch die allcrunschein-barstc fehlerhafte Neigung der Muttcrkcim zukünf-tigen Verbrechen ist. — Sic bedenken nicht, daß der Mörderund Mordbrenner, dessen Haupt unter dem Schwert des irdischenRichters fällt, daß der Giftmischer, daß der verabscheute Ehe-brecher, daß der ekelhafte Trunkenbold, daß der verschmachtendeGeizhals, der verzweifelnde Selbstmörder, — daß endlich jederVerbrecher seine fürchterliche Laufbahn, die im Abgrund desElends endete, nur mit kleinen, tadelhaftcn Neigungen in derJugend anfing.
Freilich Jedermann glaubt und hofft cs: so weit wird csmit mir niemals kommen! Aber auch die unglückseligenMisscthätcr, wenn sie den entsetzlichen Gang zum Blutgerüstegingen, die Verzweifelnden, wenn sic das schauderhafte Werkzeug
ergriffen, ihren Stunden hicnieden ein Ende zu machen-
auch sie hatten es vor Zeiten nie für gedenkbar gehalten, jemals