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daß ich nur darum etwas anmuthig finde, weil cs gleichsam finn-lich irgend eine Tugend des Gemüths ausspricht.
Ja, den Sinn für das Schöne gab uns Gott; ohne diesenSinn hätten wir den Schöpfer in seiner eigenen Schöpfung nichtverstanden; ohne diesen Sinn würden wir, gleich den Thiercndes Waldes, noch in Wüsten leben, in Höhlen wohnen, instinkenden Fellen cinhcrwandeln, und uns nicht zur würdigemAnbetung Gottes erhoben haben.
Bei allen rohen Völkern, wenn sie sich aus ihrem fast thierischenZustand hcrvorreißen wollen, erwacht zuerst der Sinn des Schönen.Ihr Gefühl für Reinlichkeit und Ordnung, für das Edle undErhabene wird deutlicher. Sie geben Ihren Geräthschaftcn an-genehme Gestalten, ihren Wohnungen Zierrathcn, ihren Kleidernausgewählterc Farben und Stoffe. Ihr rohes Jauchzen verwandeltstch unwillkürlich in Wohllaut des Gesanges, ihr freudiges Hüpfenin orduungsrcichcn Tanz, in welchem sie die Empfindung ihrerSeele malen. Sie bereichern ihre Sprachen mit den schönstenWidern der Natur, und werden Dichter, deren Gesänge vonKudern zu Kindern vererben. Sie fingen die edelsten Gefühle desHcrzms, die Freuden des Lebens, die Thaten der Vorwclt, undbegeistern stch zur Nachahmung der Tugenden großer Sterblichen.
So ward die Schönheit eine Mutter der Sittlichkeit, eineVerherrlichen» der Religion. Sic half dem Menschen erst zurMenschlichkeit empor, indem sic ihn von der untern gefühllosenthierischen Stufe losmachte.
S, sei uns denn das Schöne ehrwürdig, wir mögen cs inder Pncht der Gotteswcrke, oder in der Lieblichkeit menschlicherKunst cnllEii. Wenn das Kind im Ganzen noch mehr thicrischist in scinenNeigungen und Begierden: so ist cs schon erhabener,menschlicher, wenn stch edlere Empfindungen in ihm entwickelnun Alter des iünglings und der Jungfrau. Da ist's, wo der