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gehe ich sehnsuchtsvoll vom bunten Schimmer der Tnlipanen zumsilbernen Schnccglanz der erhabenen Lilie, oder zum wundersamenRoth der duftigen Rose, verhüllt im grünen Sammet ihrer Zweige?
Nein, nicht vergebens bekleidete die Allmachthand des Schöpfersalle seine Werke mit hoher Schönheit! Nicht vergebens suchte ermein Auge durch die Pracht der auserlesensten Farben zu fesseln,mit denen er das Größte und Kleinste, den blauen Himmelsbogcnmit golvenen Sternen, wie den flatternden Schmetterling mitden zierlichen Flügeln, überstreute. Nicht vergebens verbarg erim Kelch der Blüthcn die wunderbarsten Wohlgerüche, welche sieim Hauch der Lüfte ergießen. Nicht vergebens gab er den Bögelndes Waldes die Kehlen voll lieblichen Gesanges, mit welchen sicdie Morgen und Nächte begrüßen, und bald Wehmuth, baldHeiterkeit in mein Herz tragen.
Und ist es mir gestattet, das Reizende zu empfinden, welchesdie Erscheinungen der Natur so anziehend macht: warum soll iches verachten, wenn cs die Geschicklichkeit des Menschen verehrendnachbilvet? Da wir im Irdischen doch nie des Irdischen ent-behre» können: warum soll ich in dasjenige, was meine HandIrdisches zusammenbauct, nicht auch den Zauber des Schönenhineinbringen, welchen ich, Gott nachahmcnd, aus seinem eigenenWirken kennen lernte?
Wie Tugend die Krone des unsterblichen Geistes, so ist Schön-heit die Krone des Irdischen. Sie ist's, in welchem sich gleich-sam das Irdische verklärt, und in eine geistige Natur übergeht.Ja, sic ist selbst, wenn ich sie näher beobachte, ein Bund vonTugenden, die ich, auch als Christ, zu ehren Pflicht fühle. Denncs gibt keine Schönheit, in der ich nicht Einfalt, Klarheit, Ord-nung, Uebereinstimmung aller Thcile zum Ganzen, Reinheit,Natürlichkeit, Adel und Lieblichkeit finde und verehre. Es scheint,