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6 (1853)
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welche durch Verzierung unserer Wohnungen, durch Erfindungneuen Schmucks, oder auf irgend eine andere Weise das Ver-gnügen der Sterblichen für die kurze Frist ihres Daseins durchNachahmungen der schonen Natur erhöhten.

Noch jetzt fehlt es nicht an solchen überspannten, wenn gleichwohlmeinenden Eiferern, die jeden äußern Schmuck sogleich alsEitelkeit verdammen, und die Schöpfungen der Malerei, derBildhauerei, der Dichter, der Tonkünstler, der Schauspielkunst,der Gärtnerei u. s. w. als unnütze, ja wohl gar als schädlicheBeschäftigungen für die menschliche Gesellschaft, und besondersfür Christen, ansehcn wollen. Sic erkennen darin sogleich Sitten-verdcrbniß, Ueppigkcit, Wollust, Sinnlichkeit, Weltlust.

Wie? ist das Wohlgefallen an: Schönen in der That eintadelnswürdiger Hang des christlichen Gemüths: warum gab mirGott diesen Sinn für die Schönheit, den ich verdammen soll?Ist die Darstellung sinnlicher Vollkommenheit etwas Verächtliches-warum schmückte die Hand des allweiscn Schöpfers selbst jedesseiner Werke auf die bewundernswürdigste Weise? Das Thierhat keine Erkenntniß des Schönen, cs möge sich in der mensch-lichen Kunst oder in der Natur befinden. Nur der Mensch er-kennt cs, empfindet es, und seine Brust wird, bei Wahrnehmungdesselben, mit höheren Vergnügen erfüllt. Ist dies nicht ein Vor-zug, welchen die Allmacht und Liebe des ewigen Vaters denSterblichen gab?

Warum entzückt mich die Pracht des Sommers so tief? Warumbegeistern mich jene Morgcnröthen über den Hügeln? Warumdurchschanert mich eine heilige Wonne, wenn die untcrgchendeSonne einen glänzenden Purpur durch die Zweige der Walserregnet? Warum stehe ich mit unaussprechlicher Lust betrachtendvor den Blumenbeeten des Gartens, und ergötze mich an demzarten Schmelz mannigfaltiger Farben der Blumen? Warum