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6 (1853)
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ersten Augenblick voll überschwenglicher Freude ausruft: Nunbin ich ganz glücklich! nun habe ich keinen Wunsch mehr! wielange dauert sein Entzücken?.-Schon nach einigen Stun-

den beginnt cs zu verfliegen; schon nach einigen Tagen tritt Nnhe,schon nach einigen Wochen Kälte ein. Die Gewohnheit machtgleichgültiger. Man findet an den Rosen anch endlich ihre Dor-nen; an der Lust hängt ein Schmerz, an dem Licht ein Schatten.Man sängt neue Wünsche an, macht sich neue Aussichten, baldauch neue Sorgen. Neues Gut hat neue Furcht und neue Angstgebracht. Es ist hier keine Ruhe vorhanden.

In der Welt habt ihr Angst. Denn die Welt ist dasIrdische, mit dem der Geist nichts gemein haben kann. Er istanderer Natur. Vergebens sucht er in ihr seinen Trost, seinGlück. Er findet es nie. Daher seine Angst. Er sehnt sich nacheinem bessern Loos; diese Sehnsucht bleibt ihm, bis er aus derWelt geht. Er kann sic nicht stillen, so lange er nur in dieWelt niederblickt, und nicht über sich cmporblickt in das Göttliche,wo seine eigentliche Heimath ist. Er kann sic nicht stillen, solange er sich nicht selbst erkennt, und sich mehr für Thier alsGeist hält. Er kann sic nicht stillen, so lange er in dem, wasdie Welt geben kann, seine höchste Zufriedenheit sucht; denn siewohnt nicht in derselben. Sic wohnt nicht für den Ehrbcgicrigcnin der größten Ehre; für den Wollüstling nicht im erlangten Zielseiner unreinen Begierden; für den Schwelger nicht in der Füllevon Pracht und Speisen und Getränken; für den Hablustigcnnicht im reichsten' Geldgewinn. Denn wenn nun Jeder hat, wo-nach er strebte, wofür er die Ruhe seiner Stunden aufopfcrte,so findet er höchstens eine augenblickliche Sättigungseines irdischen, Menschen Gelüstes, aber kein Glück, keinenStillstand seiner Wünsche; sondern aus dem, was er gewonnen,entwickelt sich neue Unruhe, neues Begehren, neues Acngstigen,