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6 (1853)
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spruche stehen. Der Geist aber, eben weil er aus Gott ist, weißsehr gut, was seine Klarheit verdunkelt und seine Würde zerstört.Und selbst wenn er sich von seinen thierischcn Lüsten, von denwollüstigen Reizen seines Leibes, von der Zornmüthigkclt desselben,von der Ehrsucht oder dem Neide seines Herzens an der Skla-venkette führen läßt, schämt er sich doch dieser Fessel. Er sehntsich gleichsam nach Reinheit, Freiheit und Gottähnlichkeit selbstim Räuber, Mörder, im verworfensten Verbrecher. Er kann,so tief er auch im Unflath des thierischcn Treibens und Lebensversinkt, und so sehr er auch Alles verlernen kann, nie verlernen,wer er ist, wer er sein sollte und sein könnte, und von welcherhohen Abkunft er sei.

Siche, die dunkle Röthe der Scham, welche die Wange dessenfärbt, der sich eines Vergehens bewußt ist, und in demselbenerkannt zu werden fürchtet, ist der edle Zorn des Geistes widerseine eigene Unwürdigkeit; jenes Niederschlagen der Augen beidem Schuldbewußten ist die Selbstverachtung und Selbssanklagedes Geistes, der seine Sehnsucht nach Gottähnlichkeit nicht ganzüberwinden kann. Jede stille Angst des Ungerechten, jedes Er-schrecken des Verbrechers, jedes Streben des Sünders, seineSchande zu verhüllen, ist der stille Zorn des entehrten Geistes,und sein Widerspruch gegen die Sünde, welche ihn verdüstert.Alle Kunst der Thiermenschen ist vergebens, sich ganz zu vcr-thicrcn und ihrem göttlichen Ursprung zu entsagen. Immerdarredet gewaltig und laut die Stimme eines höhern Wesens inihnen; das Gewissen ist die Zunge des Geistes.

Und er hat keinen Frieden, bis er gesiegt hat. Jedes Unter-liegen unter der Macht der Sinnlichkeit vermehrt sein Elend.Wer weiß nicht, daß endlich sündhaften Menschen, die nicht Muthgenug fühlten, sich zu erheben, der Zustand ihrer Verworfenheit