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6 (1853)
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suche schildert, sein Gluck auf Erden zu machcu! Es entstehtdaraus ein Zeitalter, ein Menschengeschlecht, wie das nnsrigc,wo Alles auf den Schein, wenig auf die innere Wahrheit be-rechnet ist; wo man sich jede Ausschweifung verzeiht, wenn sienur mit Anstand getrieben wird, aber ein Vergehen gegen dieGesetze des Schicklichen lange nachträgt; wo man die Tugend inRomanen und Schauspielen rührend, aber ihre edle Einfalt imgemeinen Leben lächerlich und romancnhaft findet; wo man vonkeinem Menschen so leicht das Gute, als das Böse vcrmnthct,und selbst da, wo man keine Ursache findet, eine nützliche undgroßmüthigc Handlung zu bezweifeln, lieber eine eigennützige,selbstsüchtige Schlauheit im Hintergründe vcrmnthct.

Daher überall in Ländern, Städten, Dörfern und einzelnenFamilien so wenig Ucbereinstimmnng, redliches Vertrauen undredliches Aneinandcrhangen. Daher so viele Verleumdung, Be-trug, Engherzigkeit und liebloses Wesen. Denn cs ist ja nurSchein überall, und die Wahrhaftigkeit so selten. Man kenntnicht die Tugend, sondern nur ihre Larve, das Wohlanständige.

Daher mag cs kommen, daß nach verschiedenen Zeiträumenuw Ländern die Begriffe von dem, was gut und recht sei, ändern;daß cs eine Tugend gibt, die zu anderer Zeit wieder nicht Tu-gend ist; daß man heute die keusche Verhüllung, morgen diefreche Entblößung, heute die Rechte der Menschheit, morgendie Wohshat der Knechtschaft, heute die Einfalt der Borwclt,morgen di> Ueppigkcit vielfachen Lebensgenusses, heute denSegen der Bahrhcit, morgen den Vorthcil der Schmeichelei,heute den Nutzen der Friedfertigkeit, morgen den Nutzen desewigen Streiten; rühmt! Sprache und Begriffe gehen in heil-lose Verwirrung 'lbcr; und in der allgemeinen Verkehrtheit derer,di«, sich gebildet »eenen, und in der knechtischen Dumpfheit und