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6 (1853)
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Ach, wcircn wir'ö! ach, glichen wir,

O Vorbild aller Liebe, Dir!

Es fehlt nicht an Christen, welche sich cinbildcn, die Lehre vomWohlanständigen und Anmuthvolle» im äußern Betragen gehörenicht zur christlichen Religion, sondern sei als etwas Irdischeszu betrachten, das zwar ganz löblich, aber keineswegs »othwen-dig zu beobachten sei. Za, noch Andere gehen so weit, daß sieselbst die christliche Sitten- und Tugcndlehre als keinen wesent-lichen Thcil der Religion Jesu anschcn, sondern sich allein mitdem Glauben begnügen wollen.

Dieser allerdings gefährliche Zrrthum rührt theils daher, daßman den Ausdruckan Zcsum glauben" falsch versteht, undsich einbildet, cs sei genug gethan, wenn man nur an den SohnGottes und sein seligmachcndcs Wort glaube; theils daher,daß vielen Menschen das bloße Glauben leichter ist, als dasVollbringen dessen, was Jesus zu thun gelehrt hat.

Allein die heilige Schrift sagt ausdrücklich: Seid Th aterdes Worts und nicht Hörer allein; der Glaube, wenn er nichtWerke hat, ist todt an ihm selber. So sehet ihr nun, daß derMensch durch die Werke gerecht wird, nicht durch den Glau-ben allein! (Jak. 2, 17.24.) An ihren Früchten sollt ihr sieerkennen! rief Jesus.

Und welches ist der Hauptinhalt der Bergpredigt, wie allerübrigen Lchrvorträge Jcsn auf Erden, gewesen? War es nichtimmer die Anweisung, wie sich die Menschen von Sünden befreienund einen heiligen, gottgefälligen Wandel führen sollen? Wardies nicht immer einer der Hauptgegenstände aller Briefe, welchevon den Aposteln an die ersten christlichen Gemeinden geschriebenwurden? Woher in Christengemeinden unserer Zeit so vielLaster jeder Art? Daher, daß sie von ihren Lehrern zwar alle-