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find, darum keine Verminderung unsers Seelenfriedens empfin-de» — eine solche Zuneigung kann selbst viel zu unserer Ver-edlung und Besserung beitragen. Wen wir hochachtcn, dessenHochachtung wird uns thcncr sein. Wir werden uns um diesedurch Entfaltung jeder Tugend, deren wir fähig sind, bemühen.Wir werden in allen unfern Verhältnissen suchen ehrwürdig dazu-stehen, als die Besten zu gelten. Die Liebe wird uns von ge-heimen Fehlern, von übel» Gewohnheiten reinigen. Sic wirdunser ganzes Wesen läutern und verklären.
Soll dies aber die Frucht unserer Hochachtung für irgend einePerson des andern Geschlechts sein, so müssen wir auch nurUmgang mit solchen Personen wählen, die uns wahrhafte Hoch-achtung, nicht bloß gemeine, sinnliche Zuneigung, cinflößcn kön-nen. — Wir müssen uns der geliebten Person, eben darum, weilwir sic hochachtcn und ihre Achtung verdiene» wollen, nicht ver-traulicher nähern, als eS unsere Verhältnisse, unsere Aussichtenin die Zukunft gestatten. Jede nähere und zärtlichere Vertraulich-keit ist verbrecherisch und ehrlos, sobald wir sie wagen odererlauben, ehe ernsthaft an eine Verbindung zu denken ist; oderwenn Ungleichheit des Alters, oder des Standes, oder der Ver-mögcsumstände den Gedanken an eine Verehelichung zur Thor-heit machen, oder seine Erfüllung in eine ferne, unzuverlässigeZukunft hinausrückcn.
Der Zllngling, welcher einer Zungfran, ohne Aussicht undHoffnung, sic zu ehelichen, Gegenliebe znmuthct, und ihr vonseiner Liebe zu reden wagt, ist entweder ein unbesonnener Knabe,des Spottes oder der Verachtung eines tugendhaften Frauen-zimmers Werth; oder er ist cin Böscwicht, der mit Verführungs-anschlägcn umgeht, die er mit dem Namen der Freundschaft undLiebe zu beschönigen die freche Schlauheit hat. — Das Mädchen,welches solche Erklärungen irgend eines Mannes ohne Unwillen