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dcn Vater; das Bewußtsein eigener Unschuld; das hohe Gefühlinnerer Heiligung durch Jesum.
Diese Gotteskraft des Evangeliums richtet ihn in der schwe-ren Leidensstunde auf, während Andere von gleichen Stürmen,die sie trafen, hoffnungslos nicdcrgcschmcttcrt wurden. Sie zeigtfeinem Geiste noch ein Licht durch dcn umwölktcn Himmel, wäh-rend Andern der letzte tröstende Stern längst verschwunden ist.Sie gestaltet für ihn das ganze Leben, das ganze Weltall neu;sic verklärt ihm selbst das Irdische. Das Alltägliche, was ihnumgibt, wird bedeutungsvoll. Die stumme Natur redet zu sei-nem Herzen, wie mit Geistcrzungen. Der blinde Zufall verwan-delt sich in unverkennbare Spur höherer Ordnungen, voll unend-licher Weisheit; der Schmerz in einen Quell innerer Glückselig-keit und größerer Heiligung; die Erde in einen Vorhof zumHciligthum der Ewigkeit; das Weltall in ein unendliches Vater-haus, darin viele Wohnungen sind; dcn Tod in einen Boten desbessern Lebens, in einen Engel der Liebe und Befreiung; dasAbsterben der Geliebten in eine festere Verknüpfung unserer Seelemit dem Jenseits.
Das ist die Macht des Evangeliums, daß sic einen neuenHimmel und eine neue Erde hcrvorbringt, und der Mensch durchsic gleichsam wicdergeboreu wird. Durch sie wird unser Lebenzu einem Leben in dem Herrn, wie unser Sterben zu einemSterben in dem Herrn.
Wie nun die Religion unser ganzes Leben und Weben, unserHaben und Sein, unsere Vergangenheiten und Hoffnungen ver-göttlicht: so muß auch die Religion von uns aus nicht einseitigsich gegen die Welt äußern. Sie muß aus unfern Sinnen undGefühlen, aus unfern Gedanken und Thaten, aus unfern Er-innerungen und Entwürfen gleich mächtig hervorlcuchtcn. DasEvangelium ist keine todtc Vernunftreligion, sondern lebendig im