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über seine gebrechliche Natur, über den Gang des Lebens. Dan»wurde er erkennen, daß man unmöglich zu allen Zeiten gleichgestimmt sein könne; daß der Mensch seine eigenen Empfindungenund deren Lebhaftigkeit nicht immer in seiner Gewalt habe; daßkörperliche Umstände den meisten Einfluß auf unsere frohe odertraurige Stimmung, auf unser» Ernst oder unsere Zerstreuunghaben; daß Gott selbst dies also in uns mit hoher Weisheit an-gcordnct hat; daß Jesus Christus selbst nie von seinen Jüngernsolch einen Gcmüthszustand forderte, sondern laut, feierlich er-klärte, nicht lange Gebete, nicht ewiges Seufzen sei ihm ange-nehm; nicht die, welche da rufen: Herr! Herr! sonder» welcheden Wille» thun des Vaters im Himmel, die seien Gottlieb; die erkenne er als seine Kinder. Und der Wille des Vatersim Himmel ist: Liebe deinen Nächste» als dich selbst,vermehre die Glückseligkeit derer, die dich umgeben, durch freund-liche Worte und freundliche Thatcn; Gott aber liebe überAlles!
Zweifler in jeder Gestalt! dein Zustand ist ein Zustand stillerPein. Warum entfliehst du ihr nicht? Hüte dich, deinen Zwei'fcln länger nachzuhangcn; denn was dir zur Gewohnheit wird,hält dich nachher nur um so fester. — Zweifler jeder Gestalt, rettedich, rette deine Seele, dein LcbenSglllck — ja dein Ewiges!
Du fragst: „Aber wie? Denn eben meine Rettung suche ich.Meine innere Ruhe wünsche ich. Wo finde ich sic?"
Ich antworte: In dir und in der wahren Weisheit.
Du fragst: „Und wie gewinne ich die wahre Weisheit?Denn sic eben ist cs, die ich suche und zu der ich nicht gelangenkann."
-Ich antworte: Du findest sie, aber nicht auf dem bisherigenWege. Ein Beweis, daß du irrtest, ist, daß du unglücklichergeworden bist in dir, als du wärest, ehe du diesen Weg betratest.