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6 (1853)
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Feinde machen. Man sagt in dcr Noch Manches, woran dasHerz nicht denkt!

So entschuldigen die gewöhnlichen Menschen unserer Tage jedeihrer Schändlichkciten, so vcrläugnen Christen noch heute Zcsumihre» Erlöser, und hoffen doch Erlösung. Dann bestürmen siemit ihren Besuchen die Kirchen, die Kapellen, die Messen undBetstunden, und hoffen durch das.Verdienst dessen selig zu wer-den, den sie täglich mit ihren d-üstcn und Begierden kreuzigen.Dann betrugen ste sich selbst, so lange sie könne», bald mitde» vermeinten Pflichten einer vorgeblichen Weltklugheit, baldmit einer zu ihrer Bequemlichkeit erfundenen Religion der Ein-bildungskraft, indem sie, wie sie sagen, zu den Wunden Jesuihre Zuflucht nehmen; oder behaupten, nur durch Zcsu Verdienstwerde man selig, alle unsere Tugend sei dazu entbehrlich; oderhoffen, durch die Fürbitte dcr Heilige», oder durch den Genußdes heiligen Abendmahls, oder durch stundenlange Gebete, denHimmel zu erwerben. Nein, nein, ihr Verblendeten, irreteuch nicht, Gott läßt sich nicht spotten! Christus selbst wider-sprach feierlich euern Jrrthümcrn, eurer bequemen Religion, diealles Mögliche glauben, aber nichts thun will, was sich nichtmit cuerm Eigennutz oder eurer Gewohnheit und Verweichlichungverträgt. Er selbst sprach: Nicht Alle, die da zu mir sagen:Herr! Herr! werden in das Himmelreich kommen, sondern dieden Willen thun meines Vaters im Himmel. An ihren Früchtenunv Werken soll man sie erkennen.

Es ist inzwischen nicht zu läugncn, daß cs auch für recht-schaffene Herzen Fälle gibt, wo sie über das, waS gethan werdenmuß, zweifelhaft sein können. Nicht nur die alltägliche Lebcns-klugheit verbietet zuweilen, die Vorschrift Jesu mit voller Strengezu erfüllen, sondern, was weit wichtiger ist, oft kann eine all-