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nicht einmal seine Busenfreunde, seine Zöglinge für sich begeisternkonnte? — Das Alles erwog Petrus nicht in der ersten Bestürzung.Die Thronen der Scham und Neue fielen zu spät.
Aber Petrus vcrläugnctc Jcsum in der ersten Bestürzung.Wie viele Jünger und Jüngerinnen des Göttlichen leben heute,welche ihn, mit ähnlicher Selbstsucht zwar, aber mit kaltemBlute, mit Ucbcrlcgung, vor der Welt verläugncnl
Jesus ist nicht mehr persönlich unter uns, aber sein Geistnoch in seiner Lehre. Und wer die Tugend vcrläugnct, das Rechtund die Wahrheit, die Jesus predigte, der vcrläugnct ihn selbst. -Das ist das laue Christcnthum, die laue Gottcöliebc unserer Tage,daß man mit seinen Grundsätzen nach den Umständen schaltet.Man richtet nicht sein Leben und Thun nach der Religion einsondern die Religion nach dem Leben. Man hat keine ewige,feste Christustugcnd, sondern eine Tugend, in der man sich cs be-quem macht. Man hat nicht die göttliche Weisheit, sondern diethierischc, selbstsüchtige Schlauheit, die man lieber Klugheit heißt.
Daher stammen die sprichwörtlichen Redensarten, welche dieVerschlechterung der christlichen Denkart treffend bezeichnen; zumBeispiel: Noth bricht Eisen; oder: Man muß ans der Noth eineTugend mache». Das heißt, man will unter gewissen Umständendas Vcrdammungswürdige für lobcnswllrdig, das Schwarze fürschneeweiß halten dürfen. Man nennt den Betrug, die Unwahr-heit und Falschheit, welche man rechtfertigen will — Nothlügn
Wenn Jemand, ohne inner» Werth seiner selbst, ihn tchdurch Prunk und Gepränge in Worten und äußern Handlugcnverschaffen, sich ein Ansehen bei den Leuten gewinnen will daser nicht verdient, so spricht der Prahler: Die Klugheit ebictctcs mir; bescheidenes Verdienst wird nicht anerkannt; pw mußdie Welt täuschen, weil sie getäuscht sein will; es ist >>ic Noth-lüge. Sie ist mir nützlich, und darum ist sie gut.