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6 (1853)
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sagen sich schäm!. Aber Petrus, sobald er vom ersten Schreckenz» sich selber gekommen war, fand, was er gethan, weder gerechtnoch klug. Denn er suhlte sein Vergehen mit schmerzlicher Nene;er weinte bitterlich. Er fühlte, daß er seinem Jesu nicht dieunendliche Liebe vergolten habe. Wo ist der Vater, der seinKind liebt, welcher cs im Augenblick der Gefahr vcrläugncn könnte?Wo ist die Mutter, die in ihrer heißen Mutterliebe nicht dasLeben um das Leben des Kindes wagen, oder die in der Nochdesselben sich von ihm lossagen würde? Wahre Zärtlichkeit denktnur an den geliebten Gegenstand und vergißt sich selbst. Petrusfühlte, er habe seinen Jcsum nicht so geliebt, wie er von ihmgeliebt worden. Darum ging er, und weinte die Thräncn bittererReue. Ec fühlte, daß er nicht nur ohne Liebe, sondern auchohne Gerechtigkeit gehandelt habe. Denn hier kam cs ja nichtdarauf an, sich selbst oder Christo das Leben zu retten, sondernder Wahrheit die Ehre zu geben, die Jesus unerschrocken vor demZorn der Richter bekannt hatte. Es kam darauf an, daß widerdie falschen Zeugen auch wahre Zeuge» auftraten und bekannten:Ja, dieser Jesus ist der Messias, ist der Christ, ist der Welt-Heiland! Es kam darauf an, um allen Gläubigen Mnth zumachen, daß öffentlich in Jesu Sinn seine Schüler handelten,r.nd daß sein Evangelium würdig sei, für dasselbe Gut und Blut'tinzuopfern. Aber Petrus, wenn auch überzeugt von der Wahr-heit der Lehre Jesu und der Kraft derselben, die Sünder seligmachen, hatte nicht den Mnth, der allererste Blutzeuge derNeigion zu werden. Erfühlte sein schweres Vergehen, und ginghin-is und weinte bitterlich. Mußte-Christus nicht selbst seinenFeim.-,, dadurch geringschätzig werden, daß keiner seiner SchülerEntschifsxnhcit genug hatte, sich auch in der entscheidenden Stundezu ihni'u bekennen? Wie sollte der ganz Juda und die ge-kämmte Keuschheit mit dem Himmelswort begeistern, welcher