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Reizbarkeit und Empfänglichkeit für gewisse Dinge. Da erwach-ten gewisse dunkle Gefühle. Neigungen, von denen wir unsselbst kaum im erste» Augenblick des Entstehens Rechenschaft ab-lcgen konnten, schiene» uns viel zu unbedeutend, zu vorüber-gehend, zu unschuldig, als daß wir ihnen hätten mit aller Machteines ernsten Willens cntgcgcnarbeitcu sollen. Aber da war derKeim unscrs Nebels gebildet, der Grund unsers später» Schick-sals gebaut!
Woher entsteht nun die größere oder geringere Empfindlich-keit unscrs Gcmüths für gewisse Dinge? Sie entsteht theilsdurch die cigcnthümlichc Beschaffenheit unserer Natur, durch diein uns wohnenden körperlichen oder geistigen Anlagen, welchebald in Einem, bald in Anderm Ncbcrgcwicht äußern, theilsdurch die ersten lebhaften Eindrücke, die wir selbst zwar längstwieder vergessen haben, welche aber dennoch die Wirkung hiutcr-ließcn, daß das Gemüth jederzeit empfänglicher für dasjenigeblieb, was mit ihnen späterhin irgend eine Ähnlichkeit hatte.So wisse» wir aus vielfachen Erfahrungen, daß Gestalt, Tonund Wesen solcher Personen, welche uns in zartester Jugend ab-wartctcn und pflegten, oder schreckten und beleidigten, in nach-herigcn Jahren durch dunkles Erinnern Zutrauen oder Wider-willen gegen andere Personen einflößten, ohne daß diese dazuanders Anlaß gaben, als daß sie mit j<mcn eine verborgene Ähn-lichkeit hatten, von der wir uns nur kaum noch eine Vorstellungzu machen fähig sind.
Doch das Entstehen solcher besonder», thcilwciscn Gemüths-reizbarkeit können wir nicht verhindern. Sie ist an sich selbst auchweder gut noch böse, sondern sie wird erst, was wir aus ihrwerden lassen wollen.
Wichtiger ist hingegen, daß wir in unscrm Innersten erken-nen, worin sie bei uns besteht, damit wir gegen dieselbe