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übrig, was du gelebt hast? Was wirst du nach einige« Zährenvon dem noch haben, was du gelebt haben wirst? — Aber deineÜbeln Gewohnheiten, deine bösen Triebe werden Erbübel deinerZahre werden; cinrosten werden deine Leidenschaften und dichfrüher oder später mit Schmach bedecken. Siche nicht auf die,welchen jetzt manche Thorhcit unschädlich hingeht, oder die unge-straft Böses in die Welt zu bringen scheinen. Ach, du kennst dasInnere ihres Herzens nicht; sie können glänzen, und doch nichtglücklich sein; sic können sich rühmen, und doch den schmerzlichenWiderspruch ihres Bewußtseins hören: du lügst! Was habe» sicvon ihrem falschen, ganz dem Irdischen geweihten Leben? Sorge,Verdruß, Angst, keine Stunde reiner Freude und heitern, ächtenLebensgenusses. Aber die Unglücklichen, was haben sie, wenn nunihr unruhiges, finsteres Dasein am Ende ist?
Erfülle deine frühen Gelübde; noch ist die Kraft in dir, nochist die Stunde, welche dir die Rückkehr erlaubt. Noch einigeJahre — noch ein Traum, und das gebrechliche Alter wird dichüberraschen und verzehren. Hoffe nicht, spätere Jahre werdendir ein ruhigeres Blut, und damit eine Erleichterung bringen,besser zu werden. Nein, sie bringen uns größere Kraftlosigkeitund — Reue. Als Kind, als Jüngling, als Jungfrau weintestdu die Thränen der frohen Hoffnung um das, was du werdenkönntest; als Greis wirst du heimlich die Thränen fruchtlosen unddesto ticfcrn Schmerzes weinen um das, was du nicht gewor-den bist.
Erfülle deine Gelübde, che Krankheiten deine Kraft vernichten,die jetzt dir noch gehört; ehe ein unvermutheter Tod dich aus derReihe rer Lebenden hinwcgzieht; che das furchtbare Wort desHerrn an dir zur Erfüllung wird: Ich werde dir kommen bald,und deinen Leuchter wegstoßcn von seiner Stätte, wo du nichtBuße thust.