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Noch heute gedenke ich nicht ohne Bewegung des Gemüthsjener feierlichen Stunden, da ich unter namenlosem Entzücken,von den Wundern göttlicher Güte umringt, oder unter namen-losem Schmerz, am Sterbebette, am Sarge geliebter Personen,meine Seele Gott weihte, indem ich den Tand des gewöhnliche»Lebens verachten lernte.
Noch heute gedenke ich mit anfwallcnde» Empfindungen jenerTage, da ich den ersten Unterricht und die heilige Weihe zumChristenthnm empfing durch Thcilnahmc am Gcdächtnißmahl Jesu,welches die Kirche beging. Noch heute erinnere ich mich — ach!daß ich's thun muß mit Erröthcn! — an die Stunden großerNoth, wo ich zu verzweifeln gedachte, und meine Seele, mitnamenloser Angst ringend, sich zur Weisheit und Gnade deshimmlischen Erbarmcrs aller Leidenden wandte. O welche herz-lich gefühlte Versprechungen leistete ich da Gott, und der All-gegenwärtige vernahm sie! — Wie viele tiefe Seufzer stiegenans dem Innersten meiner Brust mit Gebeten empor, und derVater der Welt empfing sic! Mit brennenden Thränc» ver-siegelte ich meine Gelübde, und der Allwissende sah sie!
Doch das Alles ist nicht mehr, wie sonst. Ach, wie wandel-bar ist der Mensch, wie unzuverlässig sind seine Entschlüsse! —Woher denn diese Verschiedenheit von heute und ehemals? Habeich auch Etwas, das mich vor mir selbst entschuldigen, oder dochnur die Schuld einigermaßen vermindern kann, die ich mir zumVorwurf machen muß?
Allerdings, wenn ich meine ehemaligen Scelenzuständc erwäge,fehlte ich schon damals, als ich jene feierlichen Gelübde gcthau!Nicht darin aber habe ich gefehlt, daß ich sic that, sondern wieich sie darbrachte, nämlich im vollen Sturm meiner aufgeregtenEmpfindungen, ohne daß zugleich mein ruhig überlegender Ver-stand dabei thätig sein konnte. Nothwcndig mußten meine guten