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einen Mann, der die Welt kennt, einen Menschen, der zu lebenweiß. — Den giftigen Lästerer, der die kleine Gabe seines Witzesdazu verwendet, diejenigen zu verspotten und in Gesellschaftenlächerlich zu machen, welche ihm mißfallen, nennt man einenmuntern Kopf, einen angenehmen Gesellschafter, einen Mannvon Geist. — Den Eigensinnigen, der überall widerspricht, überallNachgiebigkeit fordert, ohne sich selbst in die Menschen, wie sicfind, oder in die Umstände zu schicken, nennt man einen Mannvon Karaktcr, einen festen Mann. — Den Hochmüthigcn, dersich nicht mit Personen geringer» Herkommens cinläßt, überallnur seinen eingebildeten Werth geltend machen will, Andere nebensich verachtet und zurückstvßt, nennt man einen Mann von cdclmSelbstgefühl, der sich nicht wegwerfen will.
Genug, es ist kein Laster, kein Vergehen, wenn cS nur nichtvon der Art ist, daß cs die bürgerliche Ordnung offenbar zer-rüttet und vor den weltlichen Nichterstuhl gezogen werden muß.welches nicht bald eine bloße Schwäche, bald eine liebens-würdige Unart, bald eine leichte Verirrung, oder wohl gar einerühmliche Eigenschaft genannt wäre.
Dies all ge meine Be mühen, die herrsche» denLasterzu beschönigen, ist einer der lautredendstcn Zeugenvon dem Verfall der Sitten und der um sich greifen-den Verdorbenheit der Gesinnungen. Denn ungeachtetJeder wohl weiß, wohin zuletzt die Schändlichkeit der Handlun-gen führen muß, die er mit schonenden, schmeichelhaften Namenbeehrt, schämt er sich dennoch nicht, sic mit heuchlerischer Güteoder Bewunderung in die Reihe ehrwürdiger Tugenden zu stelle».
Wäre es wohl nöthig, mich erst selbst davon zu überzeugen,wie verächtlich und thöricht, wie nachtheilig uns und Andern,wie unchristlich eine Glcißncrei dieser Art sei?
Fühlt nicht Jeder selbst, daß er, indem er Laster und schimpff