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innigen, für das Abscheuliche eurer Ausschweifungen liebenswür-dige Titel.
Aber cS ist umsonst! Die Häßlichkeit eures Gemüths willsich nicht verschleiern lassen, und bricht mit Gewalt überall her-vor, um sich zu verrathen; mit Tücke lohnt euch euer Verbrechen.Ziere iinmerhin deine unreinen Triebe, o ekelhafter Wollüstling,mit den reizendsten Bezeichnungen; nenne sie Hang zur Zärtlich-keit, Liebe, artiges Betragen, Wcltton; — brüste dich immer-hin, Verführer, mit deüicn Siegen über eine durch dich vernich-tete Unschuld — du erliegst unter der Verachtung aller Edcln,und die Uncdcln machen sich ein Fest daraus, deine Schändlich-keit anznklagcn. Furcht und Verdruß schleicht dir in deine ge-heimsten Schlupfwinkel nach, und der gestörte Hausfrieden be-reitet dir graues Haar. Wohl bot dir die Sünde Rosen dar,aber als du unbesonnen die Hand darnach strecktest, ward sic dirhämisch von giftigen Dornen zerfleischt.
Triumphirc immerhin, Trunkenbold, lüsterner Schlemmer,in deiner Unmäßigkcit. Schminke sie mit dem Namen frohenLebensgenusses oder der Liebe zu geselligen Freuden. Es glaubtdir Niemand. Selbst die, welche deinen Tisch verlassen, sehendein Ende voraus, und heißen dich unter sich einen Schwelger,einen Säufer. Dein durch Unmäßigkcit verderbtes Blut, deinedurch Uebcrrciz geschwächten Nerven, dein mit unnatürlicher Farbeentstelltes Antlitz, dein sieches Alter, dein früh zum Sterbebettewankender Schritt werden dich belehren, daß du der Sünde gc-fröhnct habest, die dich dafür erwürgt.
So täuschen sich die Sünder, indem sie Andere zu betrügenmeinen. Sie buhlen um Liebe und Hochachtung, und finden zu-letzt Verachtung; sic suchen Wollust, und finden zuletzt Schmerzen,Krankheit und Gram; sie geizen nach Ehre, und ärntcn zuletzteschmach und gerechte Verspottung. — Und was können sie An-