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Schändlichkeit gern vor aller Welt Augen, und wäre cs möglich,sic vor seinem eigenen Bewußtsein verbergen.

Warum diese Widersprüche? Warum, Mensch, meidest dunicht das, dessen du dich doch schämen mußt? Oder warum pran-gest du nicht gern öffentlich mit dem, was du so sehr liebest?Unzüchtiger, warum schleichst du im Finstern der Nacht umhermit verbrecherischen, bangen Schritten? Mörder, warum bebstdu vor dem Rauschen eines Laubes? Heimlicher Betrüger,warum ist dir jedes Menschen scharfer Blick, der auf dich fällt,verdächtig? Und du, der anvertrautcS Gut unterschlägt, warumfühlst du Beängstigungen, so oft dich etwas an deinen Diebstahlmahnt, und warum fürchtest du, roth zu werden, wenn sich Je-mand zufällig deinem Verbrechen nahet, das er Loch noch nichtkennt?

Warum diese Widersprüche in den Menschen, selbst in solchen,denen cs nicht an Verstand und Einsicht des Bessern fehlt? O,wie erbärmliche, unloskäufliche Sklaven eurer unanständigen,eurer verbrecherischen Gelüste müsset ihr sein, daß ihr um einenelenden Geldgcwinnst jahrelange Angst leiden, um den vergnü-genden Rausch weniger Augenblicke ein halbes Leben lang innere,peinliche Vorwürfe tragen könnet!

Wie gern möchtet ihr eure Verdorbenheit vor euch, vor allenMenschen, vor Gott selbst entschuldigen! Nein, dies wäre dochzu wenig. Ihr möchtet lieber eure schwarze Schuld weiß bren-nen; cucrn unanständigen Wandel zum Lieblingston, zur herr-schenden Sitte machen; eure Laster mit dem Namen irgend einerTugend schmücken, damit ihr recht ungestört fortfündigen, rechtungestört euer» thierischcn Gelüsten jedes Opfer darbringen undeure schändlichen Gewohnheiten nach Wunsch befriedigen könnet.Darum erfindet ihr für das Niederträchtige in eurer Denkarthohe Namen, für das Unehrliche eures Thuns rühmliche Venen-