Druckschrift 
6 (1853)
Seite
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nicht das heißt, finke nicht durch irgend eine Unmäßigkeit,durch irgend eine unbedachtsame Uebercilnng unter die Würde,die dir« als dem Kinde des Allerhöchsten, dem Binder JesuChristi, als dem Kämpfer um eine höhere Seligkeit, als demErben eines erhabenem Lebens gehört! Genieße froh die Stun-den des kurzen Daseins, aber mit der Weisheit des Mannes, dersich nicht auf dem Wege versäumt, um bei einzelnen Blumen langezu verweilen. Mische dich in die Gesellschaft heiterer, guterMenschen, aber nie ohne den Vorsatz, der Beste und Liebens-würdigste unter ihnen zu werden, und sic gegen alles Unedle mitHaß, gegen alles Löbliche mit Liebe zu begeistern. So wirbst dumitten in der Freude Genossen der Ewigkeit, Thcilnehmer einesHähern Seins; so feierst du mitten in den Scherzen des geselligenLebens die Triumphe deiner Religion, und Jesu Geist, wie ertröstend an deine Seele drang, wenn sie unter Schmerzen weinte,schwebt verherrlicht über den Freuden deines Lebens!

Ja, Geist Gottes, heiliger Geist, walte in mir immerdar.Ist nicht die Würde, ein Christ, ein Erbe und Genosse ewigerVollkommenheit zu sein, die höchste, die dauerhafteste und be°lohnendste aller menschlichen Würden? Warum sollte ich michvon ihr entkleiden, wenn ich unter Menschen wohne und wandlc?Wie Du, Jesus, Menschenfreund, Lehrer der göttlichen Weis-heit, Verklärcr des irdischen Lebens, wie Du gern Thcil nahmstan den Freuden der Geselligkeit, so will auch ich sic nicht fliehen.Aber Deine heiligen Worte und Beispiele werden und sollenmir immer diese Freuden veredeln, meine Unschuld schirmen. DieThorheitcn, die Vorurtheile des gesellschaftlichen Lebens sollenmich nie auf Abwege und Irrwege führen; sollen mir nie denUmgang mit Brüdern zur Schule des Lasters, und das Ver-gnügen des freundschaftlichen Beisammenseins zu einer Quelledes Elends machen.