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6 (1853)
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Betragen, das Jedem Muth cinfloßt, sich uns zu nähern, ver-gnügt mit uns zu sein, so, daß selbst der Fremdeste keine Fesselndes Zwanges in unserer Unterhaltung verspürt. Der Grundtoneiner guten Lebensart sind Gefälligkeit und Liebe, mit äußererNnmnth verbunden.

Lasset uns nicht glauben, daß diese Dinge zu klein wären,um von dem Christen einer bcsondcrn Aufmerksamkeit gewürdigtzu werde». Nein, cs ist nichts klein und geringschätzig, waszum Glück des Lebens, was zum Wohlsein der Sterblichen bei-tragen kann. Es ist nichts verächtlich, was uns mächtig macht,das Herz und die Zuneigung unserer Mitmenschen zu gewinnen.Wie Gott seine Kinder liebt, so sollen auch wir unsere Mit-erschaffcucn lieben. Aber wir lieben sic nicht wahrhaftig, wennwir nicht wünschen, auch von ihnen verehrt zu werden. Weißtdu, wer auf Erden der Mächtigste ist, daß er wohlthuc und be-glücke durch That und Rath, mehr denn ein Anderer? NichtDerjenige, welcher vom Throne herab herrscht, und vor dessenWink knechtisch Millionen sich beugen; sondern der ist der Ge-waltigste, der die meisten Herzen beherrscht durch Vertrauen undZuversicht und Liebe, die Alle an ihn fesselt.

Verbanne deine Fehler, und lerne die Fehler Anderer nach-sichtvoll ertragen; schmücke dich mit jeder Tugend, und verbergesie bescheiden vor Andern, während du an ihnen auch die kleinsteTugend verehrest: dies ist die Kunst, mit Andern zu leben; diesist der Schlüssel zum Herzen deiner Mitcrschaffenen; dies ist dermenschlich-schöne, der göttlich-wohlthucndc Geist der Christus-rcligion!

Die Stimme der Religion ermuntert dich zum weisen Genüssedes geselligen Lebens: so sei im Umgänge mit Bekannten undFreunden der Mensch voll Religion! Und wenn dir dieFreude den Kelch des Vergnügens reicht: verleugne deine Religion