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6 (1853)
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wo rhr mit dcr Lebhaftigkeit und Fröhlichkeit eures Alters dieruhige Würde und Sittsamkcit paaren lernet, wodurch ihr AllerHerzen gewinnet. Und ihr, die ihr euch reiferer Erfahrung undhöhcrn Alters rühmet, vermischet euch mit den Jüngern, derenreges Leben, deren Scherze und Munterkeit cucrn Ernst mildern,euch duldsamer, schonender in cucrn Urtheilcn über die jetzigeWelt machen, und die dem Alter eigene mürrische Verdrossenheithinwcgtändeln, indem sie cucrn Geist zu verjüngen scheinen. Alsweise Benutzer des flüchtigen Lebens müssen wir niemals in dieGesellschaft dcr Menschen treten, ohne den doppelten Zweck, Ge-winn für Herz und Geist zu haben, oder Andern zu geben.

Darum müssen wir uns hüten, daß wir nicht Feh-ler in die Gesellschaft mitbringcn, durch welche wirsie entweder beleidigen oder entehren. Wir sorgen fürunsere eigene Würde, indem wir auf die Würde solcher freund-schaftlichen Verbindungen Bedacht nehmen, zu welchen wir ge-hören. Wir müssen durch unser eigenes Beispiel den Ton an-gcbcn, welchen wir wünschen, daß unsere Bekannten und Freundeihn halten. Wir müssen, wenn dcr bessere Geist aus dem Kreiseunserer Vertrauten entfliehen will, ihn zurückrufcn. Nur in derMitte dcr Edeln werden wir selbst edel; durch unsere Fehler ver-nichten wir die Freuden dcr Geselligkeit und die Achtung undGunst, welche liebenswürdige Menschen sonst für uns hegten.

Die erste Bedingung des Angenehmen im geselligen Leben istdiese, daß diejenigen, welche daran Theil nehmen wollen, mitAndern zu leben verstehen. Die Kunst, mit Andern zu leben,besteht aber nicht bloß in erlernten Höflichkeitsformeln, in ange-nommenen Zeremonien, im Gebrauch einer gewissen äußerlichenAnständigkeit; wahre Lebensart macht höhere Forderungen.Sic ist eine Entfernung aller anstößigen Sitten und Fehler, welcheirgend Jemand verwunden könnten; ein gefälliges, liebevolles