schaft dcr Freunde geht, sein Tagewerk gethan und eine Freudeverdient zu haben, kann das Vergnügen anständiger Erholungenharmlos und mit voller Seele genießen. Wehe dem, dcr in Ge-sellschaften eilt, um den Vorwürfen seines Gewissens, um dcrAngst seiner gerechten Sorgen, um dcr Unzufriedenheit mit sichselber zu entrinnen I Er bringt sich seinen Freunden nur halb.Böse Erinnerungen werfen bittere Wermuthstropfcn in den Kelchseiner Lust, und sein Lächeln erstarrt unter bösen Ahnungen, dieihn verfolgen, wohin er auch gehe. Er kann sich berauschen, be-täuben, aber nicht erheitern und erhole».
Im Umgänge sollen wir nur Erholung und Ruhenach den einförmigen und mühsamen Geschäften un-scrs Berufs suchen; Erquickung des Geistes, damit er nach-her desto geschickter sei zu ernsterer Thätigkcit; angenehme undleichte Belehrung mitten unter den Scherze» fröhlichen Beisam-menseins. Zur bloßen Stärkung des Körpers, für bloß sinn-liche Nahrung bedürfen wir keiner Gesellschaft, sondern für dieErmunterung des Gemüths. Daher ist cs vortheilhaft, wennwir nicht bloß Personen zu unscrm Umgang auslcscn, welche mituns überall von einerlei Denkart und Meinung, oder vom gleichenAlter sind. Je mehr Mannigfaltigkeit, je mehr Werth hat dasgesellschaftliche Lebe». Im bescheidenen und freundlichen Wider-spruch entwickeln sich neue Gedanken, neue Kräfte des Geistes.Wir kehren mit doppelter Lust aus einer Gesellschaft zurück, auswelcher wir neue Belehrungen in die Stille unserer Heimathmitbringen. Keine LebenSstundc soll für den Geist ohne Wuchersein; selbst die harmloseste Freude soll ihm seinen Zins tragen.Darum, ihr Genossen eines frohen, jugendlichen Alters, weitentfernt, die Unterhaltung dcr Bejahrten zu meiden, dränget euchzu ihr. Da ist's, wo ihr ohne Beschwerden, ohne Opfer Er-fahrungen sammelt, die euch für eure Zukunft wohlthun; da ist's,